„Das ist wirklich fatal“

Baerbock kritisiert Afghanistan-Politik und sieht Helfer in Stich gelassen

Annalena Baerbock von den Grünen äußerte sich zum Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Dabei erhebt sie schwere Vorwürfe gegen die Regierung.

Hannover – Grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kritisierte die Bundesregierung aus CDU und SPD angesichts des derzeitigen Vorrückens der Terror-Organisation Taliban in Afghanistan scharf: „Zig Menschen haben in Afghanistan alles dafür getan, die Bundeswehr bei ihrem Einsatz zu unterstützen durch Dolmetschung, durch Infrastrukturbau, durch Fahrdienstleistung. Dass diese Menschen in den letzten Tagen im Stich gelassen worden sind, das ist wirklich fatal“, sagte sie am Samstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Hannover.

LandAfghanistan
Einwohner38,04 Millionen
Fläche652.860 km²
HauptstadtKabul

Laut Annalena Baerbock sei es „absolut überfällig“ afghanische Ortskräfte zu retten, die jetzt aufgrund des Rückzuges der Bundeswehr um ihr Leben fürchten müssten. Sie plädierte dabei auf eine sofortige Evakuierung: „Es darf kein Flugzeug mit einem leeren Platz Afghanistan verlassen, wo nicht Ortskräfte drinsitzen, die jetzt unsere Hilfe brauchen.“

Außenminister Maas: Eins bis zwei Charterflüge vorbereitet

Bereits eins bis zwei Charterflüge waren bereits vorbereitet, erklärte Außenminister Heiko Maas (SPD). Damit sollen noch vor Ende des Monats „eine größere Anzahl von Menschen“ aus Afghanistan nach Deutschland geflogen werden. Vor allem ortsansässige Hilfskräfte der Bundeswehr, das Auswärtige Amt oder andere Bundesministerin stehen dabei im Fokus.

Der Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan wird von vielen Stimmen aus der Politik kritisiert – auch von Annalena Baerbock.

Seit dem Rückzug des „Westens“ aus Afghanistan ist die militant-islamistische Taliban auf dem Vormarsch und kann mehr und mehr Gebiete für sich erobern. Mehr als die Hälfte aller Provinzhauptstädte des Landes seien bereits wieder unter Kontrolle der Taliban. In der Nacht zum Freitag nahm sie die zweitgrößte Stadt Kandahar im Süden des Landes ein, am Freitagmorgen Laschkargah in der Nachbarprovinz Helmand. Westliche Staaten suchen nach Wegen, um die zahlreichen Afghanen, die als Ortskräfte für sie gearbeitet hatten, in Sicherheit zu bringen.

Taliban in Afghanistan rund 30 Kilometer vor Kabul

Mittlerweile würden die Taliban bereits wenige Kilometer vor der Hauptstadt Kabul stehen. Nach langem Schweigen hat sich nun auch Präsident Aschraf Ghani zu Wort gemeldet. In einem TV-Auftritt äußerte es sich zu Spekulationen, dass er zurücktreten könnte, um den Weg für eine Einigung mit der Taliban zu ebnen. Er sei sich der schlimmen Lage bewusst und nehme es als seine „historische Aufgabe“ wahr, zu verhindern, dass weitere unschuldige Menschen getötet werden.

Die Taliban ist auf dem Weg, in die Hauptstadt Kabul vorzudringen.

Insgesamt seien die Taliban nur noch etwa 30 Kilometer vor Kabul. Bereits am Samstagmorgen habe es Gefechte und Maidan Shar gegeben, die Haupstadt der Provinz Wardak, so die Abgeordnete Hamida Akbari. Auch in die Großstadt Masar-i-Scharif, wo die Bundeswehr noch bis Juni ihr Hauptquartier hatte, versuchten die Taliban am Samstag einzudringen. Sie konnten aber nach Angaben örtlicher Politiker zurückgedrängt werden. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Torsten Kraatz & dpa/Julian Stratenschulte (Montage: kreiszeitung.de)

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