Nachhaltige Konzepte

Niedersachsen: Städte wollen durch neue Konzepte mehr Lebensqualität

Niedersächsische Städte wollen die Lebensqualität in Innenstädten steigern. Hannover wandelt Straßen in Fußgängerzonen um. Lüneburg, Emden und Bremen setzen auf Fahrradkonzepte.

Hannover – In den nächsten Wochen sperrt die Landeshauptstadt von Niedersachsen mehrere Straßen in der Innenstadt. Statt stressigem Autoverkehr soll Platz gemacht werden für Kunst und Kultur. Mit den vorübergehenden Fußgängerzonen werden neue Wege eingeschlagen, um den öffentlichen Raum anders zu nutzen. Die Initiative wurde von Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) ins Leben gerufen.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 Quadratkilometer
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2020)
Ministerpräsident:Stephan Weil (SPD)
Gesundheitsministerin:Daniela Behrens (SPD)
Kultusminister:Grant Hendrik Tonne (SPD)

Doch nicht jeder ist begeistert vom nachhaltigen Konzept der Stadt. Die Koalitionspartner fühlen sich übergangen. Der Landtagsabgeordnete Alptekin Kirci (SPD) fordert, dass die Maßnahmen besser mit der Förderung des Landes zur „Belebung der Innenstädte“ verbunden werden müsse.

Niedersachsen: Innenstädte sollen attraktiver werden

Auch andere norddeutsche Städte wollen nachhaltiger und damit einladender werden. Lüneburgs historische Altstadt ist mittlerweile fast vollkommen autofrei. Stattdessen bietet die Stadt einen Anreiz, auf das Rad umzusteigen. An jedem verkaufsoffenen Sonntag im Monat gibt es einen Einkaufsgutschein im Wert von zehn Euro für alle Radfahrerinnen und Radfahrer. Außerdem werden mehr Stellplätze für die Räder bereitgestellt.

Emden, die größte Stadt Ostfrieslands, schreibt Nachhaltigkeit ebenfalls ganz groß. Um die Innenstadt weiter von Lärm und Abgasen zu befreien, wird dem Autoverkehr der Kampf angesagt. Dazu macht die Stadt an der Nordsee das ohnehin beliebte Fahrrad und die öffentlichen Verkehrsmittel zunehmend attraktiver.

Bis Dezember kann man zum Beispiel alle Busse am Wochenende kostenlos nutzen. Zudem tüftelt die Stadt an einem neuen Parkraumkonzept. Spezielle Fahrradrouten und eine Fahrrad-Waschanlage runden das nachhaltige Angebot in der Innenstadt ab.

Niedersachsen: Nachhaltige Konzepte für höhere Lebensqualität in Innenstädten.

Bremen hat konkrete Ziele im Kampf gegen den Autoverkehr

Bereits seit zwei Jahren wird in Bremen das Ziel verfolgt, die Innenstadt bis zum Jahr 2030 vollkommen autofrei zu machen. Dafür werden verbesserte Mobilitätsangebote entworfen. Schon jetzt sind die zahlreichen Fahrradwege in der Stadt rot gepflastert. Das Fahrradmodellquartier in der Bremer Neustadt ist offiziell die erste Fahrradzone in Deutschland. Zusätzlich sollen die Straßenbahnlinien in der Hansestadt ausgebaut werden.

Auf dem Weg zur nachhaltigeren Stadt setzt Bremen auch auf die Meinung der Bevölkerung. Im Internet konnten die Bürgerinnen und Bürger über die für sie wichtigsten Maßnahmen für eine attraktivere Innenstadt abstimmen. Die rund 7700 Teilnehmer sprachen sich vor allem für mehr Fahrradstellplätze und bessere Fußwege aus.

Doch auch in Bremen gibt es Widerspruch von wirtschaftlicher Seite. Die Handelskammer bemängelt in einem Papier: „Eine solche Verkehrspolitik scheint kaum vereinbar mit dem viel bedeutenderen Ziel eines attraktiven, lebendigen und gut erreichbaren Oberzentrums zu sein.“ *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/dpa

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