Paarungszeit beginnt 

Autofahrer müssen auch tagsüber auf liebestolle Rehe achten

Hannover - Die Natur fordert ihr Recht: Auf Landstraßen ist im Moment verstärkt wegen der Paarungszeit mit Rehen zu rechnen. An Gefahrenstellen sollte man vorsichtig und langsam fahren.

Autofahrern droht in den kommenden Wochen durch liebestolle Rehe Gefahr. Der Grund: Die Tiere sind in der Brunft. "Mitte Juli beginnt die Paarungszeit, und dadurch häuft sich die Gefahr von Wildunfällen, weil die Tiere in dieser Zeit aktiver sind", sagte Florian Rölfing, Sprecher der Landesjägerschaft Niedersachsen, am Mittwoch zu einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks.

Abhängig von der Wetterlage verfolgt der liebestrunkene Rehbock zwischen Mitte Juli und August seine Auserwählte auch tagsüber kilometerweit - an heißen Tagen sind sie besonders aktiv. Autofahrer sollten daher vorsichtig fahren und jederzeit bremsbereit sein, raten Experten. "An Feld- und Waldrändern, die schlecht einsehbar sind, ist immer vorsichtig und vorausschauend zu fahren", sagte Rölfing.

Ganz wichtig: Nachdem ein Tier die Straße gekreuzt hat, müssen die Autofahrer mit Nachzüglern rechnen. "Viele heimische Tiere sind in Familienverbänden unterwegs, also als größere Gruppe", erklärte Rölfing. Autofahrer sollten langsamer unterwegs sein und Abstand zu voranfahrenden Fahrzeugen halten. Bis Tempo 80 kann ein Autofahrer sein Fahrzeug noch rechtzeitig zum Halten bringen, wenn in 60 Metern Entfernung ein Reh auf die Straße läuft. Bei Tempo 100 reicht der Anhalteweg nicht mehr: Das Auto kollidiert noch mit einer Restgeschwindigkeit von 61 Stundenkilometern mit dem Tier.

Falls es gekracht hat, muss die Unfallstelle gesichert und die Polizei verständigt werden. Das gilt auch dann, wenn dem Tier vermeintlich nichts passiert und es geflüchtet ist. Die Polizei verständigt den zuständigen Jäger, der mit einem ausgebildeten Jagdhund das angefahrene Tier verfolgt und es von seinen Leiden erlöst.

2014/15 wurden in Niedersachsen laut Jagdverband 23 835 Stück Rehwild bei Unfällen im Straßen- oder Schienenverkehr getötet; 2015/16 waren es 25 283 Tiere. Neben dem Schild "Achtung Wildwechsel", das auf Gefahrenstellen aufmerksam macht, stellen die Jäger auch bei Unfallstellen mobile Warnschilder auf. Blaue Reflektoren an den Straßenleitpfosten sollen zusätzlich das Wild von den Straßen abschrecken.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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