Bundesweit wurde ein Rekordrückgang gemessen

Zahl der Autodiebstähle in Niedersachsen rückläufig

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Autodiebstahl (Symbolbild)

Hannover - Im vergangenen Jahr sind in Niedersachsen deutlich weniger Autos als noch 2015 verschwunden. Bei den dauerhaft gestohlenen Fahrzeugen war laut Bundeskriminalamt (BKA) ein bundesweiter Rekordrückgang um gut 25 Prozent zu beobachten.

Die Zahl sei 2016 auf 1342 Fälle in Niedersachsen gesunken, heißt es im entsprechenden Bundeslagebild Kfz-Kriminalität. Bundesweit wurden danach im vergangenen Jahr 19.194 Pkw dauerhaft entwendet, ein Rückgang um ein Prozent. 

Betroffen sind insbesondere hochwertige Autos

Zu den aktuellen Schadenssummen haben die Versicherer noch keine Angaben gemacht. Die Zahlen sollen im September kommen, heißt es beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Laut BKA werden aber weiterhin vermehrt qualitativ hochwertige Fahrzeuge gestohlen, so dass die Einzelbeträge kontinuierlich steigen. In Niedersachsen war die Zahl der Autodiebstähle von 2014 laut BKA auf 2015 um fast 18 Prozent gestiegen. In keinem anderen Bundesland gab es damals eine derart hohe Zunahme. Insgesamt wurden 2015 dort 1795 versicherte Pkw entwendet, im Jahr zuvor waren es noch 1526 gewesen. 

Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Landes Niedersachsen hat eine andere Zahlenbasis. Sie berücksichtigt den Diebstahl von Kraftwagen einschließlich unbefugter Ingebrauchnahme, also auch etwa nur vorübergehend verschwundene oder vermisste Autos. Auch dabei ist landesweit ein Rückgang zu beobachten. Die Zahl sank von 3165 im Jahr 2015 auf 2949 im vergangenen Jahr, ein Rückgang um rund sieben Prozent. Aufgeklärt wurden danach 959 Fälle, ein rundes Drittel. 

Rückläufige Tendenz ist im gesamten Bundesgebiet nachzuweisen

Positiv stimmende Zahlen gibt es aktuell auch aus der Region Hannover. Im ersten Halbjahr wurden dort nur fast halb so viele Autos gestohlen wie im Vorjahreszeitraum. Die Zahl sank im Bereich der Polizeidirektion Hannover von 521 auf 290, wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" am Montag berichtete. Eine eigene Ermittlungsgruppe der Polizei hat im Januar die Arbeit aufgenommen. Seitdem kümmern sich die 17 Ermittler der "EG Kfz" um die Fälle, nicht mehr die einzelnen Polizeiinspektionen. Die Zahlen berücksichtigen laut Polizei auch die unbefugte Ingebrauchnahme. Motorräder seien nicht berücksichtigt. 

Für Niedersachsen würden auch wegen der großen Schwankungen keine Halbjahreszahlen vorgelegt, heißt es beim Landeskriminalamt in Hannover. Man beobachte aber sorgfältig die Kriminalitätslage, betonte eine Sprecherin. "Dazu kann festgestellt werden, dass sich der erfreuliche rückläufige Trend bei dem Diebstahl von Kraftfahrzeugen bislang auch 2017 landesweit fortsetzt", sagte sie. 

Täter sind meist in Gruppen organisiert

Nach den Erkenntnissen der Ermittlungsgruppe in der Region Hannover arbeiten die Täter in der Regel in Gruppen und sind überregional tätig, sagte eine leitende Beamtin der "HAZ". Die Täter stammten oft aus Osteuropa, aber auch in den Niederlanden tauchten gestohlene Fahrzeuge auf. Dabei stünden unverändert deutsche Fabrikate wie Mercedes, BMW, Audi und VW hoch im Kurs. Wermutstropfen: Weiter hoch blieb aber die Zahl der Einbrüche, bei denen die Täter nur Fahrzeugteile stehlen würden. Hier seien die Zahlen sogar gestiegen. 

Die Absatzmärkte der Organisierten Kfz-Kriminalität liegen laut BKA vor allem im Osten Europas. Zu einem wichtigen Transportweg für den Absatz in Zentralasien sowie im Nahen und Mittleren Osten habe sich auch die Route über die Türkei entwickelt, heißt es im Lagebericht. Über die Niederlande würden zudem gestohlene Autos per Schiff nach West- und Nordafrika gebracht.

dpa

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