Autofahrer rast in Menschengruppe - Strafbefehl beantragt

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Rettungskräfte sichern ein verunglücktes Fahrzeug am Dienstag 08.05.2012 vor dem Congress Centrum Hannover (CCH). Wegen fahrlässiger Tötung muss sich der Mann vom 29.05.2013 an vor dem Amtsgericht Hannover verantworten.

Hannover - Nach dem Ende einer Veranstaltung in Hannover standen viele Besucher an einer Haltestelle, als plötzlich ein Auto in die Gruppe raste. Es gab zwei Tote. Der Fahrer steht jetzt wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht.

Ein an Multipler Sklerose leidender Mann raste vor einem Jahr mit seinem Auto in Hannover an einer Haltestelle in eine Personengruppe, zwei Menschen starben. Seit Mittwoch muss sich der 58-Jährige wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht verantworten. Zum Prozessauftakt erschien er nicht. Sein Arzt bescheinigte ihm Verhandlungsunfähigkeit und eine sich seit Wochen zuspitzende psychische Erkrankung.

Zu dem Unfall soll es laut Anklage gekommen sein, weil der 58-Jährige aufgrund einer Funktionsstörung der Beine Gas- und Bremspedal verwechselte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dass er als ehemaliger Präsident einer MS-Selbsthilfeorganisation über gute Kenntnisse seiner Krankheit verfügt habe und nicht hätte Auto fahren dürfen. Nach dem Unfall hatte der Angeklagte zunächst behauptet, technische Mängel am Fahrzeug seien die Ursache. Dann sprach er von einer „Unvorhersehbarkeit“, und dass er die Kontrolle über sein Auto verloren hatte.

„Er hat unser Leben zerstört und durfte mit dieser Krankheit kein Auto fahren“, sagte die Ehefrau eines Getöteten im Gerichtssaal. Der Angeklagte dürfe sich nie wieder hinter das Steuer setzen und weitere Menschen gefährden. „Es hat bislang keine Entschuldigung von ihm gegeben“, betonte eine Angehörige verbittert. Der 58-Jährige hatte seine Fahrerlaubnis nach dem Unfall freiwillig zurückgegeben.

Der Staatsanwalt beantragte den Erlass eines Strafbefehls. Das bedeutet, dass der Angeklagte ohne mündliche Verhandlung verurteilt werden kann. Er forderte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten zur Bewährung sowie die Zahlung von 10 000 Euro an eine soziale Einrichtung. Das Gericht entscheidet darüber in einer nicht öffentlichen Sitzung.

dpa

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