Neuer Anlauf: Unglücksfrachter wieder auf Reparaturkurs

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Der schwer beschädigte Containerfrachter MSC "Flaminia".

Buxtehude - Hin und Her auf der „Flaminia“: Der teilweise ausgebrannte Containerfrachter liegt jetzt in Dänemark und soll erneut eine Reparaturwerft in Rumänien ansteuern. Ein erster Versuch wurde dort gestoppt, als nicht registrierte Container auftauchten.

Neuer Anlauf für die „Flaminia“: Der teilweise ausgebrannte Unglücksfrachter nimmt zum zweiten Mal Kurs auf Rumänien. Dort soll das zerstörte Mittelschiff in einer Werft herausgeschnitten und ersetzt werden. Ein erster Reparaturversuch in Rumänien wurde nach Reedereiangaben vom Mittwoch gestoppt, weil 242 bisher nicht registrierte Container entdeckt worden waren. Nach ihrer Entsorgung in den vergangenen Monaten in Dänemark soll das 300 Meter lange Schiff am Wochenende wieder Rumänien ansteuern.

Der Brand auf der „Flaminia“ hatte im Juli 2012 für Schlagzeilen gesorgt: Drei Seeleute waren gestorben, wochenlang trieb das Schiff unter deutscher Flagge ohne Besatzung auf dem Atlantik. Mehrere Staaten lehnten das Einschleppen ab, bis Deutschland grünes Licht für Wilhelmshaven gab. Nach der Entsorgung von zerstörter und giftiger Ladung unter der Regie des deutschen Havariekommandos durfte die „Flaminia“ am 15. März 2013 den Tiefwasserhafen mit Kurs Rumänien verlassen.

Doch die geplante Reparatur auf der Bauwerft der „Flaminia“ in Mangalia verzögerte sich mehrfach. Erst verhinderte der große Tiefgang die Weiterfahrt vom Hafen Konstanza. Dann kamen bei Arbeiten unterhalb der zerschmolzenen Ladung die nicht registrierten Container zum Vorschein. Diese Ladung fehlte in den Unterlagen und wurde als illegaler Abfall gewertet.

„Die Container waren zum Teil unversehrt und enthielten intakte Ladung wie Marmor oder Edelstahl“, sagte Bettina Wiebe von der Reederei NSB in Buxtehude (Kreis Stade). Nach der Bergung im dänischen Aarhus kam das Schiff zur Reinigung nach Odense. Von dort soll es am Wochenende auslaufen und Mitte Februar Rumänien erreichen. Nach drei bis vier Monaten Reparatur könnte die „Flaminia“ zum Sommer endlich wieder in Betrieb gehen.

Die Kosten des Kurzbesuchs in Dänemark, der Reparatur und der vorherigen Ladungsbergung sowie die Dauer der Ermittlungen zur Brandursache sind noch nicht absehbar. Die Abwicklung eines wesentlich kleineren Schadens auf einem anderen Schiff hätten 17 Jahre gedauert, sagte Wiebe.

dpa

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