Früherer SS-Manns Oskar Gröning

Angeklagter im Auschwitz-Prozess „schwächer denn je“

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Früherer SS-Manns Oskar Gröning

Lüneburg - Wegen des schlechten Gesundheitszustands des früheren SS-Manns Oskar Gröning ist der Lüneburger Auschwitz-Prozess erneut ins Stocken geraten. Der 94-Jährige erschien am Donnerstag nicht vor Gericht, so dass der Verhandlungstag platzte.

 „Er ist schwächer denn je“, sagte der Vorsitzende Richter Franz Kompisch unter Berufung auf die Verteidiger des 94-Jährigen. Gröning habe bereits am Vortag beim Verlassen des Gerichtssaals „deutliche gesundheitliche Probleme“ gehabt. Die Verteidigung beantragte daraufhin, nur noch einen Tag pro Woche zu verhandeln.

Gröning wird Beihilfe zum Mord in mindestens 300 000 Fällen während der sogenannten Ungarn-Aktion 1944 vorgeworfen. Am Mittwoch hatte er sich in einer Erklärung erneut zu seiner Mitschuld bekannt. Bereits im April hatte er eingeräumt, Geld aus dem Gepäck der Verschleppten verwaltet und weitergeleitet zu haben. Der Prozess vor dem Landgericht hätte am Donnerstag mit dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft in die Schlussphase treten sollen.

Mehrfach waren bereits zuvor Prozesstage wegen der angegriffenen Gesundheit Grönings aufgehoben worden. Seit Mitte Mai darf nur noch höchstens drei Stunden am Tag verhandelt werden, nachdem ein vom Gericht beauftragter Mediziner Gröning untersucht hatte. „Derzeit sieht die Kammer keine Veranlassung zu einer weiteren ärztlichen Untersuchung des Angeklagten“, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Nebenkläger-Anwalt Thomas Walther nahm die Entwicklung zum Anlass für Kritik an der deutschen Strafverfolgung: „Ständig bekommen wir so die Quittung dafür, dass die deutsche Justiz jahrzehntelang nicht nur geschlafen, sondern wissentlich ihre Pflicht nicht erfüllt hat“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

„Es kann nicht verwundern, dass ein 94-Jähriger bei diesen Temperaturen Schwäche zeigt.“ „Bei aller Disziplin, die er hat, ist Herr Gröning außerordentlich beansprucht“, sagte Verteidiger Hans Holtermann nach Ende der Verhandlung. „Nach unserer Einschätzung ist ein Tag pro Woche das höchste, was er verkraften kann.“ Der Prozess soll am 7. Juli fortgesetzt werden.
dpa

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