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Salmonellen-Gefahr: Verstärkte Kontrollen bei Eiern in Niedersachsen

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Von: Felix Busjaeger

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Gefärbte und ungefärbte Eier liegen in einer Schale auf einem Tisch
In Niedersachsen wurden keine Salmonellen in Eiern entdeckt. Trotzdem sollte man gerade vor Ostern Acht geben. © Simon Sachseder/dpa

Eier zählen zu den beliebtesten Lebensmitteln in Deutschland, können aber Salmonellen haben. Vor Ostern sollten Verbraucher besonders viel Acht geben.

Hannover – Es ist für viele Menschen eine unappetitliche Horrorvorstellung: Salmonellen in Eiern. Besonders vor Ostern 2022 steigt der Verkehr von Hühnereiern und damit auch die Gefahr vor einer Salmonellen-Erkrankung an. Diese ist eine typische Lebensmittelinfektion, die Durchfall verursacht. Um die Bürger in Niedersachsen vor einer Erkrankung zu schützen, untersucht das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) regelmäßig Eier auf Salmonellen. Das gute Ergebnis der vergangenen Untersuchung: In sämtlichen 153 Proben von Eiern wurden keine Salmonellen nachgewiesen. Dennoch: Vor Ostern sollten Verbraucher einige Tipps zum Umgang mit Eiern befolgen.

Salmonellen-Gefahr bei Eiern: Regelmäßige Kontrollen in Niedersachsen senken Risiko

Eier zählen in Deutschland zu beliebten Lebensmitteln und jeder Deutsche verzehrt pro Kopf durchschnittlich 238 Eier pro Jahr. Dass Eier immer mal wieder von Salmonellen betroffen sind, kommt vor. Um möglichst einen hohen Standard bei dem empfindlichen Lebensmittel im Zusammenhang mit der Salmonellen-Gefahr zu gewährleisten, werden Eier deshalb regelmäßig auf Salmonellen-Belastungen kontrolliert. Wie da niedersächsische Landesamt (LAVES) in einer Mitteilung nun bekannt gibt, waren die kontrollierten Eier bei der diesjährigen Probe unauffällig. Das war allerdings nicht immer so.

Zwar waren 260 Hühnereiproben im Jahr 2020 ebenfalls unauffällig und nicht von Salmonellen betroffen, allerdings wurden in den Jahren zuvor regelmäßig belastete Eier festgestellt. Bei 284 Proben, die 2019 in Niedersachsen untersucht wurden, wurden in vier Fällen Salmonellen auf der Eierschale (3) und in einem Ei auf Eierschale sowie Eidotter festgestellt. 2018 wurden 559 Proben untersucht, in neun Proben wurden im Eidotter (1) und auf der Eierschale (8) Salmonellen nachgewiesen. Salmonellen kommen nicht nur bei Eiern vor. Kürzlich gab es die Gefahr auf Salmonellen auch bei Ferrero.

Salmonellen bei Eiern: Bei Salmonellenvergiftung breiten sich Erreger im Magen-Darm-Trakt aus

Sollten Salmonellen bei Eiern nachgewiesen werden, dürfen diese nicht mehr in den Handel und an Kunden verkauft werden. Sollte es zu einer Salmonellenvergiftung kommen, können sich die Erreger im Magen-Darm-Trakt von Menschen und Tieren vermehren. Wie das LAVES mitteilt, ist der Nachweis von Salmonellen bei Eiern in Deutschland mittlerweile sehr selten geworden. „Dies ist zum einen auf die Einführung einer Impfung gegen Salmonellen bei Legehennen sowie die Untersuchungspflicht auf Erzeugerebene zurückzuführen“, erläutert Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, Präsident des LAVES. Legebetriebe müssen während der Legephase mindestens alle 15 Wochen Eigentrollen auf Salmonellen durchführen.

Salmonellen Symptome: Das passiert bei einer Lebensmittelvergiftung

Wie das Bundesamt für Infektionsschutz schreibt, sind Salmonellen Bakterien, die weltweit vorkommen. Eine Salmonellen-Erkrankung ist eine typische Lebensmittelinfektion, die Durchfall verursacht. Zu den gängigen Symptomen bei Salmonellen zählen Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen, allgemeines Unwohlsein und gelegentlich auch Erbrechen. In seltenen Fällen kann es auch zu hohem Fieber oder einer Sepsis kommen.

Dennoch kommt es auch bei geringen Fallzahlen vor, dass kontaminierte Eier mit Salmonellen in den Handel geraten. In häufigen Fällen werden die Salmonellen bei Eiern dann auf der Eischale nachgewiesen. Auch wenn die Eischale in der Regel nicht gegessen wird, kann das Eigelb und das Eiklar beim Aufschlagen mit der Außenseite der Schale in Kontakt kommt. So können Salmonellen von der Schale übertragen werden. Die Behandlung bei Salmonellen erfolgt in der Regel mit Antibiotika.

Dass es Warnung bei Lebensmitteln gibt und diese zurückgerufen werden müssen, weil sie kontaminiert sind, kommt immer wieder vor. Anfang März sorgte auch ein Fall in Bremerhaven für Aufsehen. Es gab eine Warnung vor Garnelen und getrockneten Pilzen.

Salmonellen-Gefahr bei Eiern: Häufigkeit einer Infektion deutlich gesunken

Ein Risiko für die Gesundheit der Menschen kann zum Beispiel dann entstehen, wenn Eier mit Salmonellen roh verzerrt werden. Das ist etwa bei frisch angerührter Mayonnaise, Tiramisu oder anderen Desserts der Fall. Auch wenn Salmonellen weiterhin zu den häufigsten Lebensmittelvergiftungen zählen und bei Durchfallerkrankungen eine große Rolle spielen, sind die Fälle in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Wie das LAVES schreibt, ist die Häufigkeit einer Infektion mit Salmonellen bei Eiern in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um 75 Prozent gesunken.

Allerdings ist die Übertragung von Salmonellen auch von Mensch zu Mensch möglich – Salmonellen sind ansteckend. Eine Übertragung erfolgt in der Regel über Schmierinfektionen.

Salmonellen in Eiern – So werden Salmonellen erkannt und das Risiko einer Salmonellenvergiftung verringert

Insbesondere vor Ostern – an den Festtagen werden immer viele Eier gegessen – können Verbraucher allerdings auch selbst aktiv werden und das Risiko einer Salmonellenvergiftung deutlich minimieren. Hierfür spielt der richtige Umgang mit dem Lebensmittel eine entscheidende Rolle. Schon beim Kauf von Eiern sollte Frische, Sauberkeit und Unversehrtheit geachtet werden, um Salmonellen auszuschließen. Rohe Eier sollten zudem im Kühlschrank gelagert werden.

Zu Ostern zählt das Bemalen von Eiern zu einer beliebten Tradition. Beim Ausblasen der Eier sollte die Eischale allerdings nicht den Mund berühren. Vielmehr sollte ein Strohhalm genutzt werden. Sollten Speisen rohe oder nicht ganz durcherhitzte Eier enthalten, sollten besonders frische Eier verwendet und auf die richtige Lagerung der Speisen geachtet werden. Hierzu zählen etwa Pudding oder Cremespeisen, die zu einem Salmonellen-Herd werden könnten.

Eierspeisen hoch erhitzen: Das hilft gegen Salmonellen

Grundsätzlich empfiehlt das LAVES gegen Salmonellen, dass Messer, Besteck, Schneidbretter und andere Küchengerätschaften nach dem Kontakt mit rohem Fleisch, Geflügel, rohen Eiern, Fisch und Meerestieren sowie rohen pflanzlichen Produkten gründlich gereinigt werden sollten. Das würde das Risiko einer Salmonellen-Infektion minimieren. Ein weiter Tipp, der nicht nur zu Ostern gilt: Salmonellen sind nicht hitzebeständig. Wenn Eierspeisen ausreichend hoch erhitzt werden, sinkt das Risiko. * kreiszeitung.de, merkur.de und 24garten.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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