Windanlagenbauer in Aurich

Enercon wehrt sich gegen verschärfte Auflagen für Schwertransporte

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Enercon wehrt sich gegen striktere Auflagen für Schwertransporte - sie fürchten Mehrkosten.

Aurich - Absperrungen wie an Autobahnbaustellen sollen für mehr Sicherheit bei Schwerlasttransporten in Niedersachsen sorgen. Der ostfriesische Windanlagenbauer Enercon befürchtet dadurch jedoch neue Gefahren - und Mehrkosten. Das Land reagiert jetzt mit einem Plan B.

Der größte deutsche Windkraftanlagenhersteller Enercon in Aurich wehrt sich gegen verschärfte Auflagen für Schwerlasttransporte auf den Autobahnen in Niedersachsen. Die bisher üblichen Absicherungen von Konvois mit Überbreite hätten sich bewährt, auch aus Polizeisicht, sagte ein Enercon-Sprecher am Dienstag.

Die neuen Regelungen von Wirtschaftsministerium und Landesstraßenbauamt treten in dieser Woche in Kraft. Hintergrund ist ein Pilotversuch in Niedersachsen: Seit drei Jahren dürfen Schwertransporte mit eigenen Sicherungsfahrzeugen ohne Polizeibegleitung über die Autobahnen rollen. Vor allem an kurvigen Ein- und Ausfahrten sei es dabei zu gefährlichen Begegnungen und Beinahe-Unfällen mit den bis zu 40 Meter langen und vier Meter breiten Transporten gekommen, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Hannover.

Dagegen kritisierte Enercon, die landesweit geplanten Änderungen würden zu langwierigen Absperrungen von Autobahn-Anschlussstellen führen. Dies sei riskant für das Transport-Begleitpersonal. Zudem müssten Autofahrer mit Wartezeiten und Umwegen rechnen. Das Unternehmen organisiert nach eigenen Angaben bundesweit pro Woche mehr als 1000 Schwertransporte mit Windkraftrad-Bauteilen, davon allein 230 in Ostfriesland.

Die neuen Auflagen sähen Absperrungen mit Leuchtbaken wie bei Autobahnbaustellen vor, sagte der Sprecher in Aurich. Die jährlichen Mehrkosten lägen im Millionenbereich. Dies werde zu Standortnachteilen in Niedersachsen führen. Der Konzern erwäge daher bereits, aus Kostengründen Investitionen und Produktionsteile in andere Regionen zu verlagern.

Enercon sucht derzeit bei Verhandlungen mit dem Wirtschaftsministerium in Hannover nach Kompromisslösungen. Denkbar sind etwa fest installierte Leuchtzeichen, die bei Bedarf ferngesteuert geschaltet werden können.

Derartige Alternativen sieht auch ein neuer Erlass aus dem Wirtschaftsministerium vor, sagte ein Sprecher in Hannover. Elektronische Hinweistafeln sollen an bestimmten Ausfahrten dafür sorgen, dass Autofahrer ihr Tempo drosseln.

Enercon beschäftigt weltweit rund 20 000 Mitarbeiter. An Standorten in Ostfriesland wie Aurich, Georgsheil und Emden sind 4500 Beschäftigte in Produktion, Service und Verwaltung tätig.

dpa

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