Straßen und Gleise werden geräumt

Aufräumarbeiten nach „Friederike“ laufen

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Sturmtief "Friederike" - Niedersachsen

Hannover - Am Tag nach Orkan „Friederike“ haben Einsatzkräfte in Niedersachsen und Bremen Bäume von Straßen und Gleisen geräumt und eine erste Inventur der Schäden gemacht. Ab Freitagnachmittag lief der Verkehr auf den meisten Straßen und Bahnverbindungen wieder, wenn auch oft noch mit erheblichen Verspätungen.

Auch die blockierte zentrale Nord-Süd-ICE-Strecke zwischen Hannover und Göttingen war wieder befahrbar. Reisende mussten bei den Fernzügen nach Angaben der Bahn aber noch mit Verspätungen und Ausfällen rechnen. Umgestürzte Bäume hatten den Streckenabschnitt blockiert. Sie wurden abgesägt und weggeräumt.

Anderswo gingen die Aufräumarbeiten ebenfalls weiter. Die Feuerwehren räumten viele Bäume und Äste aus dem Weg, sicherten Solaranlagen auf Dächern und Baugerüste, die umzufallen drohten. Am Donnerstag waren nach Angaben des Sprechers des Innenministeriums landesweit fast 2000 Einsatzkräfte an mehr als 1400 sturmbedingten Einsätzen beteiligt.

In einigen Regionen kam noch eisiges Winterwetter hinzu: Zwischen Hornshof und Eschede im Landkreis Celle verunglückte am Freitagmorgen ein Autofahrer tödlich. Auf glatter Fahrbahn verlor der 50 Jahre alte Mann die Kontrolle über seinen Wagen. Das Fahrzeug schleuderte herum und krachte mit der Fahrerseite in einen entgegenkommenden Sprinter. Eine weiteres Auto fuhr auf die Unfallwagen auf. Die beiden Insassen des Kleintransporters wurden schwer verletzt, die Fahrerin des Kleinwagens leicht.

A7 erst seit Freitagnachmittag wieder frei

Nicht weiter kamen am Freitag zunächst Autofahrer auf der wichtigen Nord-Süd-Autobahn 7 in Richtung Kassel. Erst am frühen Nachmittag wurde die wegen umgestürzter Bäume zwischen Hann.Münden und Kassel gesperrte Autobahn wieder freigegeben. Der Verkehr staute sich auf 14 Kilometern Länge.

Nach Angaben des Innenministeriums richtete Sturmtief „Friederike“ in Niedersachsen Schäden in Höhe von etwa einer Million Euro an Straßen, Oberleitungen und öffentlichen Gebäuden an. Heftig traf der Orkan den Harz. Auf dem Brocken hatte der Deutsche Wetterdienst am Donnerstag eine Windgeschwindigkeit von 203 km/h gemessen. Besonders betroffen von den Zerstörungen war die Infrastruktur in Süd- und Ostniedersachsen, sagte der Sprecher des Innenministeriums am Freitag.

Im Nationalpark Harz rechnete die Verwaltung mit erheblichen Schäden, womöglich schwerer als bei Sturm „Kyrill“ vor elf Jahren. Die meisten in der Region gesperrten Straßen wurden am Freitag wieder für den Verkehr freigegeben. Für Ausflügler und Wintersportler sollte die eingeschneite Region am Wochenende wieder problemlos erreichbar sein.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) schrieb bei Facebook, zum Glück seien in Niedersachsen keine Menschen erheblich verletzt worden. „Mein herzlicher Dank gilt schon jetzt allen haupt- und ehrenamtlichen Helfern“, schrieb Weil.

dpa

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