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Stürme „Zeynep“ und „Yelania“ spülen auf Baltrum fast ganzen Badestrand weg

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Von: Yannick Hanke

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Zu sehen ist der noch vorhandene Strand der Nordseeinsel Wangerooge.
Am Uferweg wird vor Sturmschäden gewarnt. Die Nordseeinsel Wangerooge hat durch Sturm „Zeynep“ etwa 90 Prozent ihres Badestrandes eingebüßt. © Peter Kuchenbuch-Hanken/dpa

Stüme Zeynep und Ylenia hinterlassen tiefe Spuren. Nach den Nordseeinseln Wangerooge und Langeoog der Strand weggespült wurde, ist jetzt auch Baltrum betroffen.

Update vom 22. Februar 2022, 10:05 Uhr: Baltrum – Die kräftigen Winterstürme „Zeynep“ und „Ylenia“ haben auch auf der kleinsten ostfriesischen Insel Baltrum Schäden angerichtet und rund 90 Prozent des Badestrandes fortgespült. Auf mehr als 600 Metern Länge gebe es nun eine etwa fünf Meter hohe Abbruchkante am Strand, teilte die Inselgemeinde mit.

Stürme „Zeynep“ und „Yelania“ spülen auf Baltrum fast ganzen Badestrand weg

Die Kante reiche nun bis kurz vor die Schutzdünen, die die Insel vor Sturmfluten sichern. Die Strände vor den Dünen dienen auf den Inseln auch als Verschleißkörper, um die Dünen vor Wellen zu schützen. Die Sandverluste seien laut der Gemeinde Baltrum „enorm“. Sturmtief „Antonia“, das am Montag über die Insel zog, richtete laut der Gemeinde übrigens geringere Schäden an. Und das vor allem, da der größte Teil des Badestrandes bereits durch die vorherigen Stürme abgetragen wurde.

Noch sei offen, wie ein normaler Badebetrieb mit Strandkörben, Spiel- und Sportgeräten auf dem bisherigen Strand bis zum Sommer wieder möglich sei. Inselbürgermeister Harm Olchers (parteilos) forderte vom Land schnelle Hilfe, um den Badestrand wiederherzustellen. Außerdem regte er in einer Mitteilung an, Konzepte und Ideen für die Zukunft zu sammeln, um mehr Sand außerhalb der Sturmflutsaison an den Stränden der Ostfriesischen Inseln zu sichern. (dpa)

Sturm Zeynep spült Strand auf Nordseeinsel Wangerooge und Langoog fast komplett weg

Erstmeldung vom 19. Februar 2022, 16:05 Uhr: Langeoog/Wangerooge – Durch Sturm „Zeynep“ hat die Nordseeinsel Wangerooge rund 90 Prozent ihres Badestrandes eingebüßt. „Auf einer Länge von einem Kilometer gibt es kaum noch Sand“, wird Wangerooges Inselbürgermeister Marcel Fangohr am Samstag, 19. Februar 2022, von der dpa zitiert.

Da die Schutzdünen vor dem Trinkwasserschutzgebiet kein Deckwerk mehr hätten, müssten diese genauso wie der Strand der Insel in Niedersachsen selbst neu aufgeschüttet werden. Und dennoch sei der Sturm glimpflich ausgegangen und das Orkantief „Zeynep“ habe auch keine schwereren Schäden verursacht.

Tatsächlich habe der Wasserstand etwa zwei Meter über dem normalen Stand gelegen. Das sei jedoch weit von den Höchstständen entfernt, heißt es von Fangohr. Denn 2013 habe der Wasserstand schon einmal bei 9,17 Metern gelegen. Und in der Nacht zum Samstag, 19. Februar, seien es „nur“ 8,50 Meter gewesen.

Sand am Strand von Wangerooge muss neu aufgeschüttet werden – Sturm Zeynep sorgt für Chaos

Deswegen spricht Fangohr auch von Glück im Unglück, dass der starke Wind eher aus westlicher Richtung kam – und nicht aus nordwestlicher Richtung. Neben dem weggespülten Strand seien noch Mülleimer umgekippt, Zäune umgefallen und eine Satelittenschüssel von einem Dach geflogen.

Wir haben Glück gehabt.

Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangohr spricht über die Schäden von Sturm „Zeynep“

Nun werde es mindestens sechs Wochen dauern, um den Strand wieder aufzuschütten. Dafür komme der Sand von einer Sandbank vor Wangerooge. Schon nach den vergangenen Stürmen seien etwa 60 Prozent des Strandes weggespült worden. Und nun sei stellenweise überhaupt kein Sand mehr da.

Sandstrand von ostfriesischer Insel Langeoog wird durch Sturm Zeynep beschädigt

Doch auch die ostfriesische Insel Langeoog bleibt nicht vom Sturmtief „Zeynep“ verschont. Auch hier wurde der Sandstrand beschädigt. „In Teilen ist gar kein Strand mehr da, die Abbruchkante geht bis zu den Dünen“, sagt Inselbürgermeisterin Heike Horn gegenüber der dpa.

Zum Ausmaß des Schadens könne sie aber noch nichts sagen. Das müsse vielmehr der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) beurteilen. Menschen seien in der Sturmnacht nach Kenntnis von Horn auf Langeoog aber nicht verletzt worden.

Dafür seien aber Bäume entwurzelt worden, viele Zäune durch die Gegend geflogen und Vordächer beschädigt worden, die von den Hausbesitzern fixiert werden mussten.

Sturm Zeynep wütet in Niedersachsen: Dauereinsatz für die Feuerwehr, umgestürzte Bäume führen zu Verkehrsunfällen

Generell hält Sturm „Zeynep“ den Norden aber weiter in Atem und sorgt allein im Landkreis Diepholz für 580 Einsätze der Feuerwehr. Im Landkreis Rotenburg fallen zahlreiche Bäume „Zeynep“ zum Opfer. Und im Landkreis Oldenburg führen die vom Sturm umgestürzten Bäumen zu einigen Unfällen. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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