Endlagersuche

Atommülllager Asse: Zukunft der radioaktiven Abfälle bleibt weiter unklar

Künstliche Atomfässer stehen vor dem Atommülllager Asse, daneben montiert ein Wegweiser zur Schachtanlage Asse II.
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Was passiert mit dem radioaktiven Müll in der Schachtanlage Asse II? Ein Expertenbericht zur Standortwahl wirft jetzt mehr Fragen auf, als das er Antworten liefern könnte. Die Suche geht weiter. (kreiszeitung.de-Montage)

Was passiert mit dem radioaktiven Müll in der Schachtanlage Asse II? Ein Expertenbericht zur Standortwahl wirft jetzt mehrere Fragen auf. Die Suche geht weiter.

Hannover/Remlingen – Wie geht es weiter mit den radioaktiven Abfällen, die seit Jahren im maroden Atommülllager Asse im niedersächsischen Landkreis Wolfenbüttel lagern? Ein am Montag, 18. Oktober 2021, vorgelegter Expertenbericht, der den Standort neu beleuchten und Lichts ins Dunkle bringen sollte, wirft aktuell mehr Fragen auf, als dass er Antworten geben könnte.

Gemeinde in Niedersachsen:Remlingen-Semmenstedt
Fläche:33,3 Quadratkilometer
Einwohner:2394 (Stand: 31. Dezember 2020)
Vorwahl:05336
Bürgermeister:Claus-Günter Warnecke (SPD)

Eigentlich hätte mit dem Bericht die Entscheidung für ein Zwischenlager nahe der Schachtanlage im Auftrag des Bundesumweltministeriums noch einmal überprüft werden sollen. Doch jetzt heißt es, die Standortwahl ist noch nicht abgeschlossen. Auch bundesweit wird immer noch nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager* gesucht.

Zukunft der radioaktiven Abfälle in der Asse bleibt weiter unklar: Scharfe Kritik kommt aus der Region

Die Standort-Entscheidung hatte scharfe Kritik vor allem in der betroffenen Region ausgelöst. Dies führte unter anderem dazu, dass die Asse-2-Begleitgruppe, die die Interessen der Menschen in der Region wahrnimmt, zunächst ihre weitere Mitarbeit verweigerte und den Begleitprozess ruhen ließ. Der Expertenbericht werde jetzt von allen Beteiligten analysiert und bewertet, hieß es bei einer Pressekonferenz. Im November stehen dann weitere Schritte an.

In dem ehemaligen Bergwerk in Niedersachsen liegen in 13 Kammern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Weil Wasser eindringt, muss das Lager geräumt werden. Es gibt den gesetzlichen Auftrag, die Asse unverzüglich stillzulegen. Im Jahr 2033 soll die Rückholung voraussichtlich starten.

Die Entscheidung, ein Asse-nahes Atommüllzwischenlager kritisch beleuchten zu lassen, war bereits im Februar dieses Jahres gefallen. Die Projektgruppe, bestehend aus Vertretern der Asse-2-Begleitgruppe und des Bundesumweltministeriums, entwickelte daraufhin unter der Moderation des Niedersächsischen Umweltministeriums Fragestellungen, anhand derer die vom BMU und von der A2B ausgewählten Experten die Entscheidung für ein Asse-nahes Zwischenlager untersuchen sollten.

Zukunft der Schachtanlage Asse II weiter unklar: Umweltminister Lies will Vertrauen wieder aufbauen

Der niedersächsische Umweltminister, Olaf Lies (SPD), bedankte sich nach der Vorstellung des Berichts. Es gehe nun darum, „sich intensiv und kritisch mit den Hinweisen des Expertenteams auseinanderzusetzen“, so Lies. Und weiter: „Der Bericht wirft viele Fragen auf, die es gilt, zügig zu klären. Ich habe große Hoffnung, dass der Beleuchtungsprozess dazu führt, verloren gegangenes Vertrauen wiederzugewinnen und den derzeit ruhenden Beteiligungsprozess wiederaufleben zu lassen.“

Die Ergebnisse der Expertengruppe werden jetzt weitergehend beraten und diskutiert. Eine Expertenrunde ist dafür am 8. November 2021 geplant. Eine öffentliche Diskussionsveranstaltung ist für den 22. November 2021 geplant, in der auch die Öffentlichkeit die Ergebnisse diskutieren und bewerten kann. * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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