Gegen strenge Abgabe-Vorschriften verstoßen

Unerlaubte Methadon-Abgabe: Arzt in Untersuchungshaft

Goslar /Braunschweig - Wegen des Verdachts der wiederholten unerlaubten Abgabe von Betäubungsmitteln sitzt ein Arzt aus Goslar in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hält dem niedergelassenen Mediziner vor, bei der sogenannten Substitutions-Behandlung von Drogenabhängigen mit Methadon gegen die strengen Abgabe-Vorschriften verstoßen zu haben. Bei einer Durchsuchung der Praxisräume des Arztes seien belastende Unterlagen sichergestellt worden, sagte die Sprecherin der Behörde, Birgit Seel, am Donnerstag. Die „Goslarsche Zeitung“ hatte berichtet, dass der Arzt daraufhin in Untersuchungshaft genommen wurde.

„Der Mediziner wurde am 27. Februar festgenommen“, sagte Seel. Der Haftbefehl sei wegen Wiederholungsgefahr erlassen worden. Nach dem bisherigen Erkenntnissen habe der Arzt, zu dessen Identität die Staatsanwaltschaft keine konkreten Angaben machte, über einen längeren Zeitraum hinweg gegen die Vorschriften bei der Abgabe von Methadon verstoßen. Einzelheiten nannte Seel nicht. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. Es müssten noch weitere Unterlagen ausgewertet und Zeugen vernommen werden.

Mediziner geraten im Zusammenhang mit der Ersatzbehandlung von Heroinabhängigen mit Methadon immer wieder ins Visier der Strafverfolger. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig habe zuletzt auch gegen einen Mediziner aus dem Raum Gifhorn ermittelt, sagte Seel. Das Landgericht Lüneburg hatte vor einigen Jahren einen Arzt aus der Lüneburger Heide zu 18 Monaten Bewährungsstrafe und drei Jahren Berufsverbot verurteilt, weil er das Methadon oder entsprechende Rezepte wiederholt nicht an die betreffenden Patienten selbst, sondern an von diesen beauftragte Personen abgegeben hatte. Der Bundesgerichtshof hatte die Verurteilung später aufgehoben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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