Getöteter Porschefahrer

Schießerei in Hannover: Armin N. war Niedersachsens jüngster Intensivtäter

Der in Hannover getötete Porschefahrer war mit über 200 Straftaten Niedersachsens jüngster Intensivtäter. Er war der beste von Freund von Jimi Blues Freundin Yeliz Koc.

Hannover – Nach der Schießerei Anfang Juni in Hannover kommen immer mehr Details zu dem getöteten Opfer ans Licht. Jetzt kam heraus, der beste Freund von Jimi Blues Freundin Yeliz Koc war vor 16 Jahren Niedersachsens jüngster Intensivtäter und Anführer einer Jugendgang. Am Donnerstag wurde der Getötete beerdigt.

Landeshauptstadt von NiedersachsenHannover
Fläche:204,14 Quadratkilometer
Einwohner:536.925 (Stand: 31. Dezember 2019)
Vorwahl:0511
Oberbürgermeister:Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen)

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, sollen mehr als 200 Straftaten auf das Konto von Armin N. gehen. N. war 1998 mit seinen Eltern und zwei Geschwistern aus dem Kosovo nach Hannover gekommen. Lange brauchte er nicht, bis er schließlich auffällig und gleichzeitig straffällig wurde. Geklaute Handys, Mitschüler bestehlen oder Prügeleien sind nur die Spitze des Eisbergs. Gleichzeitig soll er Anführer der Jugendgang „Linden-Süd Power“ gewesen sein. Mit seinen elf Kumpels soll er damals in mindestens 50 Kindertagesstätten, Tankstellen, Schulen und Büros eingestiegen sein. Schaden insgesamt: 150.000 Euro.

Schießerei in Hannover: Wegen Armin N. wird Taskforce „KIT“ von Sigmar Gabriel initiiert

Auf Betreiben des damaligen Ministerpräsidenten in Niedersachsen, Sigmar Gabriel (SPD) – der den Behörden Untätigkeit vorwarf – wird noch während seiner Amtszeit die Taskforce „KIT“ gegründet, die sich vorrangig um kriminelle Kinder kümmert. Die Folgen sind noch heute spürbar: Die beteiligten Ämter und Stellen wie Jugendamt, Schulen, Staatsanwaltschaft und Polizei arbeiten wesentlich besser zusammen.

Bei der Schießerei in Hannover wurde mit Armin N. der jüngste Intensivtäter Niedersachsens getötet.

Doch im Fall Armin N. brachte dies nicht das Meiste: Bei vielen seiner Straftaten war N. noch keine 14 Jahre alt und somit nicht strafmündig. Meist kommt er mit einem blauen Auge oder Bewährung davon. 2005 dann ein erster richtiger Schuss vor den Bug: Ein Richter schickt ihn in eine geschlossene Erziehungsanstalt. Fruchten tut das allerdings nur sehr wenig: Armin N. sitzt seine Zeit ab und macht danach dort weiter wo er zuvor aufgehört hatte.

Schießerei in Hannover: Armin N. tötete vor vier Jahren Kontrahenten aus Notwehr

2017 schließlich kommt es auf dem Andreas-Hermes-Platz schließlich zum Höhepunkt: Bei einer Messerstecherei zieht Armin N. plötzlich eine Waffe und erschießt seinen Kontrahenten. Das Gericht sieht Notwehr und verurteilt ihn schließlich nur wegen illegalen Waffenbesitzes.

Bei der tödlichen Auseinandersetzung Anfang Juni in Hannover war Armin N. wohl eher ein Zufallsopfer, das zwischen die Fronten geriet. Sein Schwager soll mit einem Baseballschläger auf seinen Kontrahenten losgegangen sein, der daraufhin das Feuer eröffnete. Eine Kugel traf Armin N. in den Oberkörper. Das Opfer verblutete. Der mutmaßliche Schütze hatte sich Anfang der Woche der Polizei gestellt. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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