Archäologen entdecken wissenschaftlichen Schatz

Skelette in Göttinger Innenstadt gefunden

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Bei Umbauarbeiten der alten Universitäts-Mensa sind mehr als 20 Skelette und der Kreuzgang des ehemaligen Franziskanerklosters gefunden worden.

Göttingen - Eine Baustelle in der Göttinger Innenstadt erweist sich für die Stadtarchäologen zunehmend als großer wissenschaftlicher Schatz. Bei Grabungen im Zusammenhang mit dem Umbau eines Unigebäudes wurden zuletzt 20 weitere Skelette und damit die Knochen von mittlerweile mehr als 120 dort bestatteten Menschen gefunden. Das sagte Stadtarchäologin Betty Arndt am Donnerstag.

Bei einem Großteil der Toten handele es sich vermutlich um Mönche eines früheren Franziskaner-Klosters. Zuletzt seien aber auch Skelette von Frauen und Kindern entdeckt worden. "Außerdem haben wir Mauerreste eines Kreuzganges gefunden", sagte die Stadtarchäologin.

Forscher der Universität Göttingen untersuchen derzeit die Skelette, um mehr über das Alter der Mönche, ihre Krankheiten, die Ernährungsgewohnheiten und den Gesundheitszustand zu erfahren. Das Kloster habe von 1268 bis 1533 bestanden, sagte die Archäologin. Die Mönche seien dann im Zug der Reformation vertrieben worden.

Die Klosterkirche wurde bis zum Abriss im Jahr 1820 zweckentfremdet genutzt. An ihrer Stelle wurde ein Gebäude errichtet, das derzeit für die Universität hergerichtet wird. Wo die anderen Klostergebäude standen, ist noch weitgehend unklar. "Dass es im Göttinger Stadtzentrum ein Franziskanerkloster gegeben hat, war vor den Ausgrabungen aus dem öffentlichen Bewusstsein nahezu verschwunden", sagte die Archäologin. "Es ist toll, dass wir jetzt diese Funde gemacht haben."

dpa

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