Soko mit ersten Erfolgen

Schon mehr Geldautomaten gesprengt als 2015 - Prozess in Osnabrück

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Gesprengter Geldautomat

Hannover/Osnabrück - Den Automaten sprengen, die Scheine einsacken und mit dem Fluchtauto in der Nacht verschwinden: Immer wieder explodieren in Niedersachsen Geldautomaten. Meist können die Täter entkommen, doch brachte ein Unfall die Ermittler auf eine Spur.

In diesem Jahr sind in Niedersachsen schon mehr Geldautomaten gesprengt worden als im gesamten Jahr 2015. „2015 hatten wir 28 entsprechende Taten, in diesem Jahr waren es bislang 33“, sagte die Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover, Stephanie Weiß. 

Nach LKA-Erkenntnissen stammen die Täter überwiegend aus den Niederlanden, ein hoher Anteil soll nordafrikanische Wurzeln haben. „Wir gehen von drei Tätergruppen aus", sagte die Sprecherin. „Außer der niederländischen gibt es nach unseren Erkenntnissen eine Gruppe aus Polen. Bei einer dritten Gruppe handelt es sich um Nachahmungstäter.“ Ein Großteil der Taten sei aber der ersten Gruppe zuzuordnen. 

Soko mit ersten Erfolgen

Das LKA hatte im Dezember vergangenen Jahres eine zehnköpfige Sonderkommission eingerichtet. Es habe schon Verurteilungen gegeben, weitere Ermittlungen liefen derzeit, sagte die LKA-Sprecherin. „Auch durch Präventivangebote wie die Beratung von Banken gehen wir davon aus, dass die polizeilichen Maßnahmen gewirkt haben.“ So seien seitdem mehrere Versuche einer Sprengung gescheitert.

In Nordrhein-Westfalen wurden in diesem Jahr fast schon doppelt so viele Geldautomaten gesprengt wie 2015. Dort wurden in diesem Jahr bis zum 20. Oktober 110 Geldautomaten in die Luft gesprengt, wie aus einem Bericht des Innenministeriums hervorgeht. 

Mit gesprengten Geldautomaten wird sich von Dienstag an auch das Landgericht Osnabrück beschäftigen. In dem Berufungsverfahren geht es um einen 23-Jährigen aus den Niederlanden. Das Amtsgericht Meppen hatte den Mann im vergangenen Juni wegen Diebstahls in besonders schwerem Fall mit Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Der Richter hatte die Strafe mit der Schwere der Sprengung und der Gefahr für die in dem Haus lebenden Menschen begründet. 

Weitere Sprengungen konnten dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden. Auf die Spur des Mannes waren die Ermittler gekommen, weil er und seine mutmaßlichen Komplizen nach dem Raub am 9. März in Meppen einen Autounfall hatten. Ein Insasse starb, ein weiterer wurde schwer verletzt. Im Wagen wurden 155.000 Euro in bar gefunden.

dpa

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