Anschlag auf Bahnstrecke im Harz - Zusammenhang mit Demo in Goslar?

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Unbekannte haben einen Anschlag auf eine Bahnstrecke zwischen Halberstadt und Goslar verübt. Bei Ilsenburg legten sie brennende Reifen ins Gleis, beschädigten Kabelschächte und kippten Flüssigbeton aus, wie eine Sprecherin der Bundespolizei in Magdeburg sagte.

Flüssigbeton und brennende Reifen im Gleis - Unbekannte haben eine Zugstrecke im Harz lahmgelegt. Wollten sie die Anreise von Demonstranten nach Goslar behindern? Dort demonstrierten Tausende von Menschen friedlich gegen Neonazis.

Mindestens 3000 Menschen haben in Goslar friedlich gegen Neonazis demonstriert. Mit Transparenten mit Aufschriften wie "Goslars Zukunft bleibt bunt - Kein Platz für Rassismus" protestierten sie gegen den sogenannten "Tag der deutschen Zukunft". Zunächst hätten sich rund 170 Neonazis gesammelt, sagte ein Sprecher der Polizei Goslar am Samstag. Gleichzeitig verübten Unbekannte einen Anschlag auf eine Bahnstrecke zwischen Halberstadt und Goslar. Die Bundespolizei prüft, ob es einen Zusammenhang mit den Demonstrationen in Goslar gibt.

Bei Ilsenburg in Sachsen-Anhalt hätten die Unbekannten brennende Reifen ins Gleis gelegt, Kabelschächte beschädigt und Flüssigbeton ausgekippt, wie eine Sprecherin der Bundespolizei in Magdeburg sagte. Ein Fahrdienstleiter habe dank Notfallanzeigen bemerkt, dass an der Strecke etwas nicht stimmte. Diese wurde sofort gesperrt, so dass kein Zug in Gefahr geriet.

Nach Angaben einer Sprecherin der Stadt Goslar wollten bis zu 300 Neonazis aus allen Teilen Deutschlands anreisen. Die Polizei hatte sich darauf vorbereitet, Konfrontationen und Ausschreitungen zu verhindern. Dazu wurden Einsatzkräfte aus mehreren Bundesländern zusammengezogen. Die Rechten hatten monatelang für die Teilnahme an der Veranstaltung geworben. Die Stadt hatte keine rechtliche Möglichkeit gesehen, den Aufmarsch zu verbieten.

Neonazis hatten bereits in den vergangenen Jahren zu "Tagen der deutschen Zukunft" aufgerufen. Daran hatten in verschiedenen Städten jeweils mehrere Hundert Menschen teilgenommen.

An der Gegendemo eines Bündnisses aus Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Vereinen und Initiativen nahmen auch Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU) und der frühere Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) teil. Nach Angaben des Polizeisprechers versuchten einige Demonstranten, zu den Rechten vorzudringen. Dies sei aber nicht gelungen. In zwei Fällen habe es vorübergehende Ingewahrsamnahmen gegeben, als Gegendemonstranten versuchten, Absperrungen der Polizei zu durchbrechen.

Fahrgäste auf der vom Harz-Elbe-Express (HEX) bedienten Strecke von Halberstadt nach Goslar kamen einem Sprecher zufolge trotz des Anschlags ans Ziel. Es sei ein Schienenersatzverkehr für den gesperrten Teilabschnitt eingerichtet worden. Wie lange die Sperrung dauern werde, sei nicht abzusehen, sagte der Sprecher.

dpa

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