Hoffnung für Musikbranche

Ansage an Impfgegner: Konzerte nur für Geimpfte

Die Bundesregierung macht Hoffnung, dass im Herbst Konzerte mit tausenden Besuchern stattfinden könnten. Doch für Impfgegner würden die Hallen geschlossen bleiben.

Berlin/Hamburg* – Nachdem vielerorts die Inzidenzzahlen fallen, hoffen nun auch Musik-Fans, dass schon bald Konzertveranstalter einen Neustart wagen können. Konzerte mit über tausend Besuchern mag nach dem langen Corona-Lockdown zunächst beängstigend klingen, doch könnte zur Freude der Musikbranche schon bald wieder Realität werden. Die Bundesregierung könnte damit eine klare Kante gegen Impfgegner zeigen. So dürfte die Live-Musik künftig nur für geimpfte Personen spielen.

Corona-Impfungen in Deutschland:Quelle: Our World in Date, Stand: 26. Juni
Verabreichte Dosen:71,4 Mio.
Vollständig geimpft:28,9 Mio.
% der Bevölkerung vollständig geimpft:34,8 %

Veranstaltungsbranche rechnet 2021 mit Umsatz-Einbruch von 98 Prozent

Die Musikbranche trifft die Corona-Zeit besonders hart. Seit Monaten müssen Musik-Fans auf ein Live-Erlebnis mit ihrer Lieblingsband verzichten, doch noch vielmehr leiden die Veranstalter. Bereits im Jahr 2020 musste der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft ein Verlust von 80 Prozent der Einnahmen hinnehmen. In diesem Jahr wird gar ein Einbruch von 98 Prozent erwartet, wie der Verband kürzlich bekannt gab. Auch die geplanten Open-Air-Konzerte in Hamburg, deren Tickets bereits in zwei Tagen vergriffen waren*, könnten die Bilanz nicht aufwerten.

Für Konzertveranstalter ist aktuell also die größte Hoffnung, dass schon bald wieder Konzerte stattfinden können – mit so viel Besuchern, wie es nur möglich ist. Nachdem Karl Lauterbach vor wenigen Wochen aufgrund der sinkenden Inzidenzzahlen Hoffnung gemacht hatte, dass Großveranstaltungen schon bald wieder möglich seien, könnten Veranstalter schon bald auch seitens der Bundesregierung grünes Licht erhalten.

Bundestag-Politiker: Konzert mit 10.000 geimpften Besuchern sei realistisch

„Wenn jeder ein Impfangebot bekommen hat, gibt es keinen Grund mehr, warum nicht auch Veranstaltungen mit 10.000 Besuchern oder mehr wieder möglich sein sollten“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Bareiß (CDU) der „Welt am Sonntag“. Doch „wer für sich die Freiheit in Anspruch nimmt, sich nicht impfen oder testen zu lassen“, müsse es akzeptieren, dass für ihn die Konzerthallen geschlossen bleiben, so das Mitglied des Deutschen Bundestages weiter. Einen ähnlichen Umgang mit Impfverweigerern ziehen auch norddeutsche Konzertveranstalter in Betracht, die die Open-Air-Saison ohne Querdenken planen*.

Dass es auch in Corona-Zeiten möglich ist, ein Konzert mit tausenden Besuchern auf die Beine zu stellen, zeigte im April bereits ein Test-Konzert. 5.000 Musik-Fans besuchten das Konzert in Barcelona, doch die anschließenden Corona-Tests waren allesamt negativ*. Schon bald könnten also bis zu 10.000 Besucher in den Genuss, endlich wieder Konzerte zu besuchen. Die Voraussetzung für Fans: Sie müssen geimpft sein.

Geimpfte Musik-Fans könnten sich schon bald wieder auf Konzerte freuen.

New York: 20.000 geimpfte Fans besuchten Konzert im Madison Square Garden

Bundesweit einheitliche Regeln sollen dabei helfen, dass Konzerte mit Tausenden von Besuchern bereits im Herbst starten können. Die Bundesregierung zeigt damit einmal mehr, wie wichtig es für die langfristige Bekämpfung des Corona-Virus ist, sich impfen zu lassen. Ähnliche Worte fand kürzlich der Rostocker Oberbürgermeister, der fordert, dass der Alltag für ungeimpfte „unangenehmer“ werden müsse*. Gleichzeitig sind die aktuellen Überlegungen und Forderungen als eine klare Ansage an Impfgegner und Verweigerer zu verstehen.

Damit würde Deutschland einen Weg gehen, der in den USA bereits aktuell vollzogen wird. So ereignete sich vor wenigen Tagen in New York ein Konzert der Rock-Band „Foo Fighters“, das rund 20.000 Besucher in den Madison Square Garden zog. Auch hier war die Prämisse klar: Nur wer geimpft ist, erhält Eintritt. Doch ein Hamburger Konzertveranstalter hat eine klare Meinung zu dem Konzept.

Hamburger Konzertveranstalter hält Privilegien für Geimpfte für ein „falsches Signal“

Angesprochen auf das große Konzert der „Foo Fighters“ in New York zeigte sich Frehn Hawel (Head of Communication der Karsten Jahnke Konzertdirektion) bei „Radio Hamburg“ wenig begeistert. Schließlich konnten noch nicht alle Menschen, die geimpft werden wollen, eine Impfung erhalten. Dass die Bundesregierung schon bald Privilegien verteilen könnte, hält der Konzertveranstalter für ein „falsches Signal“.

Wann Veranstalter und Fans endlich wieder in den Genuss von Konzerten kommen könnten, sei aus seiner Sicht aktuell von der Ausbreitung der Delta-Variante, die auch in Hamburg um sich greift*, abhängig. Doch aktuell stattfindende Festivals in England würden zeigen, dass ein baldiger Konzert-Restart unter der Einhaltung von Corona-Auflagen auch in Deutschland nicht unwahrscheinlich sein könnten. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa

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