Tests sollen Klarheit schaffen

Angst vor Schweinepest: Jäger machen Jagd auf Wildschweine

Afrikanische Schweinepest (ASP). Ein Schild mit der Aufschrift „Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen, Pufferzone“.
+
In mehreren Landkreisen in den östlichen Bundesländern wurden bereits Fälle mit Afrikanischer Schweinepest nachgewiesen. Jäger machen sich Sorgen über eine mögliche Ausbreitung in Niedersachsen. (Symbolbild)

Die Afrikanische Schweinepest ist inzwischen auch in Deutschland angekommen. Jäger wollen deshalb die Bestände in Niedersachsen auf das tödliche Virus überprüfen.

Uelzen – Während die Corona-Pandemie, insbesondere die neuartige Omikron-Variante, die Öffentlichkeit in Deutschland und der Welt in Sorgen versetzt, schärfere Kontaktbeschränkungen mit sich bringt und erneut Teile des öffentlichen Lebens lahmlegt, könnte ein anderes Virus die Hausschweinebestände in Deutschland bedrohen: Die Afrikanische Schweinepest ist in den vergangenen zwei Jahren bereits vereinzelt aufgetreten – vorrangig in den östlichen Bundesländern. Auch wenn Niedersachsen von der Schweinepest noch nicht betroffen ist, sind Jäger und Landwirte landesweit inzwischen alarmiert. „Das macht uns natürlich Sorgen“, sagte Knut Sierk, Regionaler Pressesprecher Nordost, der Niedersächsischen Landesforsten, in Bezug auf die Vorkommnisse in anderen Bundesländern.

Deutsches Land:Niedersachsen
Fläche: 47.614 km²
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Hauptstadt: Hannover

Afrikanische Schweinepest in Deutschland: Schweinen in Niedersachsen soll Blutprobe entnommen werden

Bei einer regulären Jagd im Forstamtsbereich Oerrel (Heidekreis) in Niedersachsen sollen am Donnerstag deshalb auch Wildschweine geschossen werden. Den Tieren sollen dann Blutproben entnommen werden, die im Labor auf mögliche ASP-Viren untersucht werden sollen. Wie es in einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur heißt, müssen Wildschweinbestände grundsätzlich stark bejagt werden, da die Tiere über eine sehr hohe Reproduktionsrate verfügen. Eine Population kann sich innerhalb eines verdreifachen, wenn optimale Bedingungen vorherrschen.

In Schleswig-Holstein forderte Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) im Dezember ein konsequentes Vorgehen gegen die Tierseuche: „Im Sinne der dringend gebotenen Prävention zur Afrikanischen Schweinepest muss der Bestand unbedingt weiter verringert werden“, sagte der Politiker. Nur so könne das Infektionsrisiko gesenkt werden.

Afrikanische Schweinepest: In Brandenburg waren Wildschweine betroffen

Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf seine Homepage bekannt gibt, tritt die Afrikanische Schweinepest (ASP) seit 2014 in verschiedenen EU-Ländern auf. Es wird derzeit vermutet, dass ASP-Virus vermutlich aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara nach Georgien eingeschleppt wurde und sich seit 2007 von dort aus auf dem europäischen Kontinent verbreitet. Als Ursache wird die illegale Entsorgung von Speiseabfällen vermutet, die das ASP-Virus enthielten. Nachdem Krankheitsfälle im westlichen Polen gegeben hatte, wurde die Afrikanische Schweinepest im September 2020 erstmals in Deutschland nachgewiesen. Damals waren Wildschweine in Brandenburg betroffen.

Mit unserem Newsletter verpassen Sie nichts mehr aus ihrer Umgebung, Deutschland und der Welt – jetzt kostenlos anmelden!

Als Reaktion auf die Fälle in Deutschland wurden mehrere Sperrzonen eingerichtet, um eine Verschleppung der Seuche in andere Regionen zu verhindern. Im Jahr 2021 gab es erstmals ASP-Nachweise bei Hausschweinbeständen im Landkreis Spree-Neiße und Märkisch-Oderland – beide liegen in Brandenburg. Im November 2021 wurden Fälle in Mecklenburg-Vorpommern registriert. Als Folge wurden zwei Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern und ein Landkreis im benachbarten Brandenburg zu Sperrzonen erklärt. Währenddessen treten in Niedersachsen immer wieder Fälle von Vogelgrippe auf – mit weitreichenden Folgen für die Tierbestände und die Betriebe. In Hoya mussten im November 2021 10.000 Tiere wegen der Geflügelpest getötet werden.

Bundesministerium warnt vor Verbreitung der Schweinepest

In den sogenannten Sperrzonen werden Schutz- und Überwachungszonen eingerichtet. Betroffene Bestände werden gesperrt. Auch wenn es sich bei der Afrikanischen Schweinepest um eine schwere Virusinfektion handelt, die Haus- als auch Wildschweine betrifft und für sie tödlich ist, besteht für Menschen keine Gefahr. Eine Übertragung von Tier auf Mensch ist laut Bundesministerium nicht möglich. Der etwaige Verkehr von kontaminierten Fleisch stellt ebenfalls keine Bedrohung dar.

Gleichzeitig warnt das Ministerium allerdings, dass der Mensch bei der Verbreitung der Seuche eine wichtige Rolle spielen würde. Beispielsweise durch unsachgemäße Entsorgung von ASP-virushaltigen Lebensmitteln oder durch ASP-virushaltiges Material an Schuhen und Fahrzeugen. So könnte das Virus leicht in andere Regionen verschleppt werden. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Leben auf dem Kreuzfahrtschiff MV Narrative statt im Penthouse

Leben auf dem Kreuzfahrtschiff MV Narrative statt im Penthouse

Leben auf dem Kreuzfahrtschiff MV Narrative statt im Penthouse
Günstig tanken: Polen lockt seit Januar 2022 mit 1,25 Euro pro Liter

Günstig tanken: Polen lockt seit Januar 2022 mit 1,25 Euro pro Liter

Günstig tanken: Polen lockt seit Januar 2022 mit 1,25 Euro pro Liter
Wetterdienst warnt vor Sturmflut: Hier bläst Orkan Nadia am stärksten

Wetterdienst warnt vor Sturmflut: Hier bläst Orkan Nadia am stärksten

Wetterdienst warnt vor Sturmflut: Hier bläst Orkan Nadia am stärksten
Corona-Verordnung in Niedersachsen: Neue Corona-Regeln ab Februar durchgesickert

Corona-Verordnung in Niedersachsen: Neue Corona-Regeln ab Februar durchgesickert

Corona-Verordnung in Niedersachsen: Neue Corona-Regeln ab Februar durchgesickert

Kommentare