„Idiotischer Schwachsinn“

Angler entdeckt „gigantisches Ungeheuer“ – und kassiert haufenweise Spott

Ein hessischer Angler entdeckt einen über zwei Meter langen Fisch. Doch statt Anerkennung für den Fund erhielt er wenig später nur Spott.

Biebesheim – Auf den ersten Blick schockiert er immer wieder: der Europäische Wels. Sicherlich kann diese These auch ein Fischer aus Hessen unterstreichen. Vor wenigen Tagen entdeckte er einen solchen zwei-Meter-Fisch auf einer Sandbank am Rhein. Medien berichteten bereits über ein „gigantisches Ungeheuer“, über die Entdeckung eines „Aliens“. Auf Instagram versucht Angler Reinhold Henninger aufzuklären: „Es gibt keine Belege dafür, dass von Welsen eine Gefährdung für Menschen ausgeht“. Dennoch sorgt der Angler wenig später für haufenweise Spott – ihm wird vorgeworfen, die Menschen zu verängstigen.

Fische:Europäischer Wels
Wissenschaftlicher Name:Silurus glanis
Art:Europäischer Wels
Familie:Echte Welse (Siluridae)

Angler nach Fisch-Fund in großer Kritik: „Bevor der die Menschen verängstigt, sollte der erst mal richtig recherchieren“

Mit kleinen Fischen wie Seeforellen oder Hechten hatte der Wels auf dem Foto des Anglers tatsächlich wenig gemeinsam. Das Bild zeigte einen über zwei Meter langen Fisch, der gleichermaßen fasziniert wie verängstigt. Etwas angsteinflößend mag er vielleicht sein, ähnlich wie eine unheimliche drei Meter große Kreatur, die ein Fischer aus dem Netz zog* oder ein extrem seltener Glaskopffisch* – ein „gigantisches Ungeheuer“ ist der Wels dennoch nicht.

Der am Rhein entdeckte Wels ist über zwei Meter groß. (Screenshot)

Ein erfahrener Angler namens Reinhold Henninger entdeckte den Europäischen Wels am 1. Dezember 2021. Er teilte mehrere Bilder des toten Fisches auf Instagram und schon bald berichteten auch die ersten Medien über seinen Fund. Der Fisch, der „am Rhein in der Nähe vom Worms“ gefunden wurde, sei „an Altersschwäche gestorben“, ist Henninger sicher. Rund 20 Jahre alt sei der Fisch gewesen.

Alles nur dummes Zeug? Wenig später erreicht den Fischer jedenfalls eine Flut an kritischen Kommentaren. Etwa: „Bevor der die Menschen verängstigt, sollte der erst mal richtig recherchieren“. Einer von vielen Kommentaren, die sich unter dem Facebook-Post von mannheim24.de finden lassen.

Angler sei „regelrecht schockiert“ und reagiert via Facebook auf Kritik und Spott

Es dauerte nicht lange, bis sich die Schnappschüsse des Fisches verbreiteten. Nun wurden es immer mehr Nutzerinnen und Nutzer, die ihren Unmut freien Lauf ließen. Nicht etwa, weil er mit dem Angeln einer Beschäftigung nachgeht, die die PETA unlängst verbieten möchte*. Vielmehr hätte Henninger die Menschen unnötigerweise verängstigt. Er sollte „erst einmal richtig recherchieren“.

Der Fisch sei natürlich alles andere als ein Monster. Für einen „Wels, auch Waller (Silurus Glanis) genannt“, sei die Größe von gut zwei Metern normal. Es sei „idiotischer Schwachsinn“, wenn im Zuge dessen von einem „gigantischen Ungeheuer“ und dergleichen die Rede ist – auch wenn zu Wallers Hauptspeisen gerne mal Enten, oder alles andere, was ihn über den Weg läuft, gehören.

Wenige Tage später, am Abend des 12. Dezembers, meldet sich Angler Reinhold Henninger via Facebook selbst zu Wort. Er hätte den Wels-Fund lediglich der Angler-Fachzeitschrift „Blinker“ übermittelt. Anschließend seien immer mehr Medien hinzugekommen, die über seine Entdeckung berichtet hätten. „Manche Medien haben dabei allerdings extrem reißerisch übertrieben“, woraufhin dem hessischen Angler wenig später Spott und Häme begegnete. Über die Kommentare wäre er zum Teil „richtig erschrocken“ gewesen. Vereinzelte Berichterstattungen hätte ihn „regelrecht schockiert“. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Screenshot/Instagram @reinholdhenninger

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