Angeklagter Pirat will von Folterungen nichts gewusst haben

Osnabrück - Im Prozess um die Entführung des deutschen Chemietankers „Marida Marguerite“ vor der somalischen Küste hat sich der angeklagte mutmaßliche Pirat als Mitläufer dargestellt.

Er sei kein führendes Mitglied der Piraten gewesen, sagte der 44 Jahre alte Somalier am Mittwoch vor dem Landgericht Osnabrück.

Bei der Entführung habe er nicht die Federführung gehabt, sondern sei erst später dazugestoßen, als das Schiff bereits entführt gewesen sei. Als Drogenhändler habe er die Piraten mit Rauschgift versorgt. Zwar habe er auch mit einer Maschinenpistole Wache geschoben, von der Folterung der Besatzung habe er aber nichts gewusst.

Das Schiff einer Reederei aus dem emsländischen Haren war am 8. Mai 2010 von vier bis fünf Tätern gekapert worden. Während fast acht Monaten wurde die 22-köpfige Besatzung gefangen gehalten und gefoltert. Der indische Kapitän musste Scheinhinrichtungen über sich ergehen lassen.

Erst Ende 2010 endete das Geiseldrama, nachdem die Reederei fünf Millionen Dollar Lösegeld bezahlt hatte. Der 44-Jährige muss sich unter anderem wegen Angriffs auf den Seeverkehr, erpresserischen Menschenraubes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. An den kommenden Prozesstagen will das Gericht vier der Besatzungsmitglieder als Zeugen befragen. Das Verfahren wird am 2. April fortgesetzt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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