Platz für 24 Patienten

Erste Jugendforensik in Niedersachsen eröffnet

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Die erste Jugendforensik Niedersachsens ist nun eröffnet worden.

Bad Zwischenahn - Sie sind psychisch krank, alkohol- oder drogenabhängig und kennen oft kein Sozialverhalten. Manche jungen Straftäter benötigen eine besondere Betreuung. Diese erhalten sie jetzt in einer neuen Einrichtung.

Junge Straftäter, die psychisch gestört oder drogenabhängig sind, brauchen eine besondere Behandlung - künftig bekommen sie diese in einer eigenen Jugendforensik. Es ist die erste Einrichtung dieser Art in Niedersachsen. Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) eröffnete diese am Montag auf dem Gelände der Karl-Jaspers-Klinik in Bad Zwischenahn (Kreis Ammerland). Sie bietet Platz für 24 Patienten im Alter von 14 bis 24 Jahren.

Die ersten werden voraussichtlich Anfang Juni einziehen. Bei ihnen handelt es sich um Jugendliche und Heranwachsende, die nach dem Jugendstrafrecht zu Maßregelvollzug verurteilt worden sind. Ziel sei die Resozialisierung der Patienten, damit diese nach erfolgreicher Therapie in die Gesellschaft zurückkehren könnten, sagte Rundt.

Bisher wurden diese jungen Straftäter unter anderem im Landeskrankenhauses Moringen (Kreis Northeim) oder in der normalen Forensik in Bad Zwischenahn untergebracht. In der neuen Einrichtung wird ihre Behandlung nun gebündelt und speziell an ihren Bedürfnissen ausgerichtet.

Kosten von fast acht Millionen Euro

Fast acht Millionen Euro hat sich das Land den Neubau kosten lassen. Ein Team aus rund 40 Therapeuten, Pädagogen und Pflegekräften kümmert sich dort intensiv um die Patienten. In kleinen Gruppen sollen sie den Umgang mit Störungen und Süchten lernen, soziale Kompetenzen erwerben und ihre Straftaten aufarbeiten. Dazu kommen Schulunterricht und berufliche Qualifikationen. Auch ein überdachter Sportplatz gehört zu der neuen Abteilung.

Damit die jungen Straftäter nicht flüchten können, ist die Jugendforensik gut gesichert. Die Architekten haben bei der Gestaltung aber nach eigenen Angaben darauf geachtet, dass sie nicht an ein Gefängnis erinnert. Erst wenn die Patienten als nicht mehr gefährlich gelten, dürfen sie den Maßregelvollzug verlassen. Wann das der Fall ist, entscheiden Gerichte und externe Gutachter. Bis dahin können die Sicherheitsauflagen jedoch schrittweise gelockert werden.

dpa

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