1100 Fälle allein in Niedersachsen

Erpresser drohen Tausenden Nutzern mit Porno-Veröffentlichung

Hannover - Mit einer Flut von Erpresser-Mails im Zusammenhang mit angeblichen Pornoaufnahmen versuchen Unbekannte an das Geld von Computernutzern zu kommen.

Alleine in Niedersachsen seien bisher rund 1100 entsprechende Fälle angezeigt worden, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) am Donnerstag. Die Dunkelziffer sei vermutlich um ein Vielfaches höher. Zuerst hatte der NDR darüber berichtet.

Die Erpresser behaupten, den Computer der Betroffenen gehackt zu haben. Mit einer Webcam hätten sie das Opfer heimlich beim Masturbieren während des Betrachtens von Pornoseiten aufgenommen. Damit die Videos nicht im Internet veröffentlicht würden, sollten mehreren Tausend Euro an eine Bitcoin-Adresse gezahlt werden.

In welchem Umfang Erpressungsopfer tatsächlich gezahlt haben, sei unklar, sagte der LKA-Sprecher. Bei bekannt gewordenen Bitcoin-Adressen seien rund 44.000 Euro an „Lösegeldern“ eingegangen. Wer das Geld bezahlt hat, lasse sich nicht feststellen. Die Anzeige-Erstatter in Niedersachsen hätten allesamt erklärt, nichts bezahlt zu haben.

Die Erpresser-Mails werden nach Erkenntnissen der Polizei massenhaft aus dem Ausland verschickt. Bisher konnten noch keine Tatverdächtigen ermittelt werden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/dpa

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