Polizeibericht

Löcher in Emder Feuerschiff: Wollten Einbrecher Schiff versenken?

Das Feuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“ liegt in Emden.
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Unbekannte sind in das Emder Feuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“ eingebrochen und haben Löcher in den Rumpf gebohrt.

Einbrecher sind in das Emder Feuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“ eingestiegen und haben Löcher in den Rumpf gebohrt. Was steckt dahinter?

Emden – Helle Aufregung in Emden: Einbrecher haben den Rumpf des Feuerschiffes und des städtischen Wahrzeichens „Amrumbank/Deutsche Bank“ beschädigt. Der Schaden ist so beträchtlich, dass Wasser in den Maschinenraum eingedrungen ist. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass die Täter das Schiff zumindest in Schieflage bringen wollten. „Dieser Verdacht liegt nah“, bestätigte Polizeisprecherin Svenja Temmen von der Polizeinspektion Leer/Emden am Montag die Sachlage auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Schiffstyp:Feuerschiff
Bauwerft:Meyer Werft in Papenburg
Baukosten:480.000 Reichsmark

Möglicherweise habe das Schiff aber auch versenkt werden sollen, erklärte die Sprecherin weiter. Der Museumsverein, dem das 106 Jahre alte und denkmalgeschützte Feuerschiff gehört, schätzt den verursachten Sachschaden auf mindestens 100.000 Euro.

Emder Feuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“: Einbrecher bohren vier Löcher in Rumpf des historischen Schiffs

Wie die Polizei mitteilte, sollen der oder die Täter in den Maschinenraum eingedrungen sein. Dort sollen ersten Erkenntnissen zufolge unter zur Hilfenahme einer Bohrmaschine vier Löcher in die bis zu acht Millimeter dicke Schiffswand aus Stahl gebohrt worden sein. Das hatte zur Folge, dass Wasser in den Schiffsrumpf eindrang. Zudem wurden mehrere Bullaugen geöffnet. Durch diese hätte bei einer Schieflage des Schiffes weiteres Wasser ins Schiffraum fließen können.

Doch Glück im Unglück: Ein Mitglied des Museumsschiff-Vereins hatte den Schaden am Sonntagabend noch rechtzeitig entdeckt. Er alarmierte weitere Vereinsmitglieder und die Löcher konnten mit Holzpfeilen notdürftig verschlossen werden. Da stand das Wasser im Maschinenraum laut Verein allerdings schon bis zu 1,30 Meter hoch. Mit schwerem Gerät und einem Saugschlauch wurden rund 18 Kubikmeter des mit Öl verschmutzten Wassers am Montag aus dem Schiffsinneren abgepumpt.

Emder Feuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“: Nach Sanierung Rückkehr nach Emden erst im vergangenen Dezember

Kriminaltechniker der Polizei untersuchten die Löcher im Rumpf. Die Beamten ermitteln wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung. Neben einer Bohrmaschine wurden am Tatort auch noch ein Hammer und ein Winkelschleifer gefunden. Laut den Beamten soll es zu der Tat zwischen Samstagmittag und Sonntagmorgen gekommen sein. Es werden Zeugen gesucht, die Hinweise geben können. Der Museumsverein geht davon aus, dass sich der oder die Täter möglicherweise über den Delft mit einem Schlauchboot Zugang zu dem Feuerschiff verschafft hatten.

Die „Amrumbank/Deutsche Bucht“ war erst im vergangenen Dezember nach umfangreichen Sanierungsarbeiten zurück an den Liegeplatz am Ratsdelft mitten in der Emder Innenstadt geschleppt worden. Die rund 170 Mitglieder des Museumsvereins arbeiteten zuletzt an der Einrichtung der Ausstellung und am Innenausbau. Die Gesamtkosten der Sanierung lagen bei knapp fünf Millionen Euro. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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