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Alternativen zum Heizöl: Von Wärmepumpe bis Pelletheizung

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Von: Andree Wächter

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Der Ukraine-Krieg ist ein Preistreiber beim Heizöl. Auch ohne Krieg hätten viele Heizungen spätestens 2026 umgerüstet werden müssen.

Die Preise für Diesel, Benzin und Heizöl eilen von einem Rekordhoch zum nächsten. Hausbesitzer mit einer (alten) Gas- oder Ölheizung werden vermutlich über Alternativen nachdenken. Wärmepumpen kommen einem schnell in den Sinn. Doch es gibt noch weitere Alternativen wie Pelletheizung, Solartherme und Blockheizkraftwerke. Letztere sind eher für Mehrfamilienhäuser geeignet. Egal für welche Lösung Hausbesitzer sich entscheiden, sie hilft nicht kurzfristig, aber auch lange Sicht koppelt man sich von den internationalen Energiemärkten ab.

100 Liter Heizöl182,59 Euro
1000 kg Pellets373,86 Euro
1 kg Wasserstoff9,50 Euro
Sonne0 Euro (Stand 14. März)

Heizöl so teuer wie nie: Ukraine-Krieg als Preistreiber – Alternativen zur Ölheizung

Der Ukraine-Krieg ist ein Preistreiber. Heizöl ist so teuer wie noch nie. Doch gerade dieser Umstand könnte ein großes Vorhaben der Bundesregierung einen entsprechenden Schub geben. Um die Verpflichtungen aus den Pariser Klimaverträgen zu erfüllen, müssen auch die CO₂-Emissionen im Haushalt auf nahezu Null gesenkt werden. Deswegen dürfen ab 2026 reine Ölheizungen nicht mehr in Häuser eingebaut werden. Und ein Teil von alten Öl-Heizungen muss modernisiert werden. Teilweise wird aber auch vorgeschrieben, dass in neuen Wohngebieten bestimmte Heizungen verboten sind.

Was ist die beste Alternative zu einer Ölheizung? Die Antwort auf die Frage hängt von vielen Faktoren ab, beispielsweise: Wie gedämmt ist mein Haus? Wie groß sind die Wohnräume? In welcher Lage steht das Haus? Auch sollte klar sein, ob es Stellen gibt, an denen die Wärme nach draußen verschwindet, wie undichte Fenster. Unabhängige Energieberater informieren über aktuelle Vorschriften, Techniken, Kosten und wissen welche Fördertöpfe es gibt.

Wärmepumpe: Alternative zur Ölheizung und steigenden Heizölpreisen

Eine bekannte Alternative zu einer Ölheizung sind Wärmepumpen. Rund 140.000 Anlagen sind 2020 in Alt- und Neubauten eingebaut worden, um zur Unabhängigkeit von Ölheizungen zu tendieren und den möglichen Preisanstiegen beim Heizöl entgegenzuwirken. Eine Wärmepumpe nutzt Energie aus dem Grundwasser, der Erde oder der Luft zur Wärmegewinnung. Diese Energiequellen stehen jederzeit kostenlos zur Verfügung. Nachteil: hohe Anschaffungskosten. Gegenüber einer herkömmlichen Heizung muss man mit dem Faktor 2,5 rechnen, heißt es auf Herstellerseiten.

Dank möglicher Förderung ist eine Wärmepumpe eine Alternative. Allerdings werden die Pumpen mit Strom betrieben – dafür fällt der Einkauf von Gas oder Öl weg. Mit einer Solaranlage auf dem eigenen Dach kann sogar dieser Strom ökologisch bezogen werden.

Pellets statt Ölheizung: Abhängigkeit von Heizöl minimieren – Brennofen ersetzt das Öllager

Hausbesitzer, die sich von der Abhängigkeit des Heizöls befreien wollen und von einer Ölheizung auf Pellets umrüsten, haben meist kein Platzproblem. Denn im Heizungsraum kommt der neue Brennofen und das Öllager wird zum Pelletslager. Über entsprechenden Anlagen werden die Pellets – wie auch Öl – völlig automatisch dem Brennofen zugeführt.

Dieser Häuslebauer hat auf seinem Dach beides realisiert, eine Solarthermieanlage (dunkle Felder) und eine PV-Anlage. Damit kann Warmwasser für Dusche und Heizung produziert werden und theoretisch auch Strom für den Eigenverbrauch.
Dieser Häuslebauer hat auf seinem Dach beides realisiert, eine Solarthermieanlage (dunkle Felder) und eine PV-Anlage. Damit kann Warmwasser für Dusche und Heizung produziert werden und theoretisch auch Strom für den Eigenverbrauch. © Sommer

Der Aschebehälter muss in Einfamilienhäusern etwa drei bis fünf Mal pro Jahr manuell geleert werden, in Mehrfamilienhäusern häufiger. Wegen der Größe der gesamten Anlage sind Mehrfamilienhäuser eher ungeeignet für eine Pelletheizung.

Hoher Preis für Heizöl: Mit Wasserstoff bis zu 40 Prozent sparen

Immer mehr in den Fokus rückt Wasserstoff (H2). Mit der lokalen Produktion könnten die Versorgungswege kurz sein. Das H2 kommt dann in Brennstoffzellen-Heizungen. Im Vergleich zu einem Gasbrennwertkessel sparen Betreiber nach Herstellerangaben bis zu 40 Prozent der Energiekosten ein. Außerdem reduzieren sich die CO₂-Emissionen um rund die Hälfte. Die Laufzeit einer Brennstoffzellen-Heizung liegt bei 50.000 bis 60.000 Stunden, ist also diesbezüglich vergleichbar mit einer konventionellen Heizung, heißt es auf CO2online.de

Wer sich noch nicht festlegen will, hat mit einer Hybridheizung viele Möglichkeiten. Unter dem Begriff „Renewable Ready“ werden sie vermarktet. Es bedeutet, dass eine Gasbrennwertheizung für die Einbindung erneuerbarer Energien vorbereitet ist. Gerne werden solche Heizungen mit Solar gekoppelt. Scheint die Sonne viel, wird die Heizung runtergefahren. Wird mehr Energie benötigt, als die Solarthermieanlage liefert, springt die Heizung ein. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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