Discounter macht Bauern Zugeständnisse

Aldi-Milch nur noch aus Deutschland

Der Bauern-Protest gegen niedrige Preise zeigt Erfolg: Aldi will Frischmilch künftig nur noch aus Deutschland beziehen.
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Das schmeckt den Bauern: Aldi will Frischmilch künftig nur noch aus Deutschland beziehen.

Nach den Bauern-Protesten lenkt der Discounter Aldi ein: Aldi Nord und Aldi Süd wollen konventionelle und Bio-Frischmilch nur noch aus Deutschland beziehen. Doch es drohen weitere Proteste vor Lagern anderer Lebensmittelhändler.

  • Landwirte beenden Proteste vor Aldi-Lagern.
  • Discounter will konventionelle und Bio-Frischmilch nur noch aus Deutschland beziehen.
  • Weitere Blockaden drohen.

Hesel – Die Bauern-Proteste vor Aldi-Lagern in Niedersachsen sind vorerst beendet. Dies sagte der Sprecher der Protestbewegung, Anthony Lee, am Mittwoch. „Mit Aldi sind wir in den Verhandlungen weitergekommen, zumindest was die Butterpreise angeht“, so der Landwirt. Proteste vor Lagern anderer Lebensmittelhändler schloss der Sprecher in den kommenden Tagen allerdings nicht aus.

Ein Sprecher von Aldi-Nord teilte mit, das Unternehmen habe den Landwirten zugesichert, kurzfristig weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der deutschen Landwirtschaft umzusetzen. Demnach wollen Aldi Nord und Aldi Süd konventionelle und Bio-Frischmilch nur noch aus Deutschland beziehen. Das Unternehmen strebe langfristige Verträge an, um den Landwirten eine bessere Planungssicherheit zu geben.

Traktoren-Demo auch bei Edeka und Lidl

Nach dem Ende der Proteste vor Aldi-Lagern am späten Dienstagabend versammelten sich Landwirte mit Traktoren vorübergehend vor Lagern anderer Lebensmittelhändler, etwa von Edeka und Lidl. Der Druck solle aufrecht erhalten werden, denn die Probleme seien noch nicht gelöst, so der Sprecher der Bauern, Lee. Die für den 13. Januar geplante Videokonferenz mit Landespolitik, Handel, Verarbeitern und Landwirten ist ihm zufolge ein erster Schritt. Es brauche aber dringend bundesweite Lösungen.

Wir suchen den Dialog mit allen Beteiligten der Wertschöpfungskette, um hier weitere Verbesserungen zu erreichen.

Ein Aldi-Sprecher

Aldi verwies auf viele Gespräche mit Vertretern der Landwirtschaft und zeigte Verständnis für deren Probleme. Das Unternehmen werde aktiv an Lösungen arbeiten, so der Sprecher. Die strukturellen Herausforderungen könnten allerdings nur im Zusammenspiel mit der Politik, der lebensmittelverarbeitenden Industrie wie den Molkereien und den Verbrauchern gelöst werden. „Wir suchen den Dialog mit allen Beteiligten der Wertschöpfungskette, um hier weitere Verbesserungen zu erreichen“, so der Aldi-Sprecher.

In den vergangenen Tagen hatten Landwirte mit Hunderten Traktoren ein Aldi-Lager in Hesel im Landkreis Leer blockiert. Auch vor anderen Aldi-Lagern in Niedersachsen wie beispielsweise in Lingen, Rinteln oder Weyhe, versammelten sich Bauern. Hintergrund der Proteste war eine angekündigte Senkung der Butterpreise. Auch in Bundesländern wie Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen machten Bauern mit ihren riesigen Fahrzeugen auf ihre Lage aufmerksam. Sie fordern faire Preise für ihre Produkte.  dpa

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