Die größten je in Deutschland gebauten Kreuzfahrtschiffe

Aida bestellt zwei Kreuzfahrtgiganten in Papenburg

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Aida bestellt zwei neue Kreuzfahrtschiffe bei der Meyer Werft in Papenburg bestellt.

Rostock - Sieben Kreuzfahrtschiffe hat die Meyer Werft in den vergangenen Jahren für Aida gebaut. Dann orderte die Rostocker Kreuzfahrtreederei zwei Schiffe in Japan. Doch nun kehrt der "Kussmund" nach Papenburg zurück. Aida bestellt zwei neue Kreuzfahrtschiffe bei der Meyer Werft in Papenburg. Die Höhe des Auftrags liege im Milliardenbereich.

Die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat zwei Kreuzfahrtgiganten bei der Meyer Werft im niedersächsischen Papenburg bestellt. Die Neubauten würden die größten je in Deutschland gebauten Kreuzfahrtschiffe, sagte ein Sprecher der Meyer Werft am Montag. Die Höhe des Auftrags liege im Milliardenbereich, hieß es.

Die Schiffe sollen den Angaben zufolge 2500 Kabinen haben. Damit bieten sie deutlich mehr Platz als jene beiden Schiffe, die zur Zeit in Japan für Aida Cruises gebaut werden und etwa 1650 Kabinen haben.

Die Kreuzfahrtriesen sollen 2019 und 2020 die Flotte auf insgesamt 14 Schiffe verstärken. 2015 und 2016 werden die zwei in Japan gebauten Schiffe in Betrieb genommen. Aida ist eigenen Angaben zufolge deutscher Branchenführer im Kreuzfahrtgeschäft.

Bei den neuen Schiffen werde ein sogenanntes „Green-Cruising-Konzept“ umgesetzt. Als weltweit erste Kreuzfahrtreederei werde Aida Cruises ihre neue Schiffsgeneration zu 100 Prozent mit Flüssigerdgas (LNG) betreiben. Dadurch würden die Emissionen von Rußpartikeln und Schwefeloxiden vollständig vermieden. Aida setze damit ein Zeichen für den Umweltschutz, sagte Aida-Präsident Michael Ungerer.  Details zum Auftrag sollen in den kommenden Monaten bekanntgeben werden. Wie eine Sprecherin sagte, können die beiden in Japan gebauten Schiffe in den Häfen mit LNG betrieben werden. Für Ralf Nagel vom Verband Deutscher Reeder ist das Verwenden von LNG ein wichtiger Beitrag der Branche, noch umweltfreundlicher zu werden.

Von den aktuell zehn Aida-Schiffen wurden sieben bei der Meyer Werft gebaut. Zwei Neubauten wurden an die frühere Aker MTW in Wismar vergeben, einer ins finnische Turku. Schon im August 2014 hatte es Spekulationen gegeben, dass Aida zu Meyer zurückkehren wolle. Dies war allerdings nicht bestätigt worden. Für Oktober dieses Jahres ist die Auslieferung des Schiffsneubaus AIDAprima geplant.

„Wir freuen uns über das in uns gesetzte Vertrauen, um dieses ehrgeizige Neubauprogramm umzusetzen“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter der Meyer Werft, Bernard Meyer. In den Büchern seiner Werft stünden nun insgesamt neun Kreuzfahrtschiffe. Vom Aida Mutter-Konzern Carneval Corporation seien zudem zwei weitere Schiffe avisiert, die in Turku gebaut werden sollen. Meyer hatte kürzlich den finnischen Mitbewerber übernommen. An den Werft-Standorten in Papenburg, der Neptun Werft Rostock und in Turku arbeiten insgesamt knapp 5000 Beschäftigte, 3100 alleine in der Werft in Niedersachsen.

„Vor allem durch das kontinuierliche Wachstum von Aida haben wir Deutschland inzwischen zum zweitgrößten Kreuzfahrtmarkt der Welt entwickelt“, sagte Michael Thamm, Chef der Costa Gruppe. „Wir freuen uns sehr, die langjährige, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Meyer Werft fortzusetzen.“ Aida Cruises gehört zur Costa Gruppe.

Aida Cruises beschäftigt rund 7000 Mitarbeiter aus 40 Nationen, 6000 davon an Bord, 1000 an den Unternehmenssitzen in Rostock und Hamburg. Das erste Schiff war im Juni 1996 in Rostock getauft worden, seither sind nach Unternehmensangaben mehr als 5 Millionen Gäste auf Aida-Schiffen unterwegs gewesen.

dpa

Meyer Werft baut seit 220 Jahren Schiffe im Binnenland

Die Meyer Werft im emsländischen Papenburg baut seit 220 Jahren Schiffe. Das 1795 gegründete Familienunternehmen begann 1872 mit dem Bau von dampfbetriebenen Eisenschiffen. 1960 baute die Werft ihren ersten Gastanker, 1964 die erste RoRo-Fähre - das steht für „Roll On - Roll off“.

1984 stieg die Werft in den Bau von großen Kreuzfahrtschiffen ein. Nach Unternehmensangaben wurden bislang mehr als 30 Luxusliner gebaut. Rund 3100 Mitarbeiter beschäftigt die Werft derzeit direkt, sie ist damit der wichtigste Arbeitgeber der Region. Hinzu kommen rund 1800 Mitarbeiter in den Standorten in Rostock und im finnischen Turku.

Seitdem Kreuzfahrtschiffe gebaut werden, gibt es aber Streit mit Naturschützern, weil die Werft an der Ems gut 40 Kilometer von der Mündung des Flusses entfernt liegt. Deswegen muss er jeweils aufgestaut und ausgebaggert werden, damit die Riesenschiffe von der Werft zur Nordsee fahren können. Umweltschützer beklagen seit Jahrzehnten massive negative ökologische Auswirkungen wie Verschlickung und Sauerstoffmangel in der Ems.

Papenburger Meyerwerft schickt ihr neues Schiff auf See

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