Skepsis gegenüber immer neuen Labeln

Agrarminister beklagt falsche Vorstellungen über Tierhaltung

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In der Tierhaltung gebe es seit Jahren Schritte zur Verbesserung, so Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt .

Isernhagen - Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat den Medien vorgeworfen, die Zustände in der Tierhaltung zu skandalisieren, statt aufzuklären und zu informieren.

„Die Wahrnehmung, wie Tiere gehalten werden, korrespondiert nicht immer mit der Realität“, sagte Schmidt am Donnerstag in Isernhagen bei Hannover. „Irgendwo klafft zwischen der Vorstellung von Johanna Spyri und Heidi und der heutigen Tierhaltung eine Lücke.“

Der Minister räumte ein, dass die Haltungsbedingungen in der Vergangenheit „nicht so optimal“ gewesen seien. Seit Jahren aber gebe es Schritte zur Verbesserung. „Ich finde es schade, dass die Entwicklungen nicht wahrgenommen werden.“ Allerdings sei es auch an der Branche selber, die moderne Landwirtschaft nach außen darzustellen, sagte Schmidt bei der Mitgliederversammlung der niedersächsischen Geflügelwirtschaft. „Da haben wir eine Bringschuld.“

Schmidt äußerte sich skeptisch zu immer neuen Labeln, die der Handel zusätzlich zu den vom Staat gesetzten Standards einführe. Schon jetzt gebe es rund 2000 Label auf Produkten in deutschen Supermärkten. Diese verwirrten den Verbraucher ebenso, wie Inhaltsangaben, die einem Beipackzettel ähnelten. „Der Verbraucher muss im Supermarkt schnell entscheiden können.“

Mit Blick auf den Export forderte Schmidt ein Ende der Handelsbeschränkungen mit Russland. „Wir müssen uns vor Augen führen, dass Embargo-Situationen die Ausnahme und nicht die Regel sein können“, sagte Schmidt. „Allerdings ist mit Klugheit und Engagement der Versuch zu unternehmen, die Regelungen wieder zu ändern.“

Russland hatte im Gegenzug zu EU-Sanktionen einen Einfuhrstopp für europäisches Obst und Gemüse verhängt. Als drittgrößter Agrarexporteur der Welt könne Deutschland sich exportfeindliche Einstellungen nicht leisten, so der Minister.

Als einen zukünftigen Exportmarkt für die deutsche Agrarbranche nannte Schmidt den Iran. Nach einer Delegationsreise wolle das Ministerium nun auch auf Leitungsebene die Chancen vor Ort sondieren. dpa

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