Bundestagswahl 2021

AfD Niedersachsen: Machtkampf um Kandidatenliste zur Bundestagswahl

Paul-Armin Hampel und der Rechtsextremist Bernd Höcke im Gespräch.
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Dem ehemaligen niedersächsischen AfD-Vorsitzenden, Armin-Paul Hampel (links, hier im Gespräch mit dem Rechtsextremisten Bernd Höcke) droht eine Niederlage bei der Kandidatenaufstellung für den Bundestagswahlkampf.

Die AfD Niedersachsen kommt nicht zur Ruhe. Nach Bestrebungen, rechtsradikale Strukturen zu etablieren, tobt ein Machtkampf um die Bundestagswahl-Kandidatenliste.

Hannover/Braunschweig – Die Gräben im niedersächsischen Landesverband der Alternative für Deutschland (AfD) sind tief. Nachdem es im Dezember aufgrund von Formfehlern nicht zu einer rechtsgültigen Aufstellung der Kandidaten für die Bundestagswahl 2021 gekommen war, nehmen die Rechtspopulisten an diesem Wochenende, 3. und 4. Juli 2021, neuen Anlauf. Damals waren 24 Parteimitglieder nicht zur Versammlung eingeladen worden.

Partei:Alternative für Deutschland (AfD)
Gründung:6. Februar 2013
Vorsitzende:Jörg Meuthen, Tino Chrupalla
Parteimitglieder:32.000 (Stand: 2021)

Anfang Mai hatte die Landeswahlleitung die Kandidatenaufstellung zumindest infrage gestellt. Es könne „nicht prognostiziert werden“, ob der Landeswahlausschuss die vorgelegte Liste akzeptiere oder verwerfe. Spätestens am 19. Juli muss die Landeswahlleitung Klarheit über die vorgelegte Liste haben. Deswegen wiederholt die AfD nun die Listenaufstellung, nachdem mehrere Gutachten im Auftrag des Landesvorstands diesen Schritt ebenfalls nahegelegt hatten.

AfD Niedersachsen: Heftige Grabenkämpfe zwischen Rechtsextremisten und moderaten Kräften

Intern gibt es im Landesverband Niedersachsen heftige Grabenkämpfe. Der rechte Flügel der Partei um Landesvorsitzenden Jens Kestner war auf der Kandidatenliste nicht zum Zuge gekommen. Auch der Ex-Landeschef Armin-Paul Hampel hätte demnach keine Chance auf einen Wiedereinzug in den Bundestag gehabt. Moderatere Kräfte in der Partei halten die Neuaufstellung für eine Inszenierung, um das Kräfteverhältnis im Landesverband umzukehren.

Da passt eine geheime Versammlung, die am 20. Februar 2021 in einem Gasthof im niedersächsischen Verden stattgefunden haben soll, gut ins Bild. Dort sollen im Winter Pläne geschmiedet worden sein, wie der eigentlich aufgelöste rechtsextremistische „Flügel“ der AfD in Niedersachsen wiederbelebt werden könnte. Auch der Bundesvorstand hatte hier versucht zu intervenieren. Einigen Mitgliedern könnte dadurch auch der Rauswurf aus der Partei bevorstehen.

AfD Niedersachsen: Schaffen es beide Lager auf die Landeswahlliste zur Bundestagswahl 2021 im Herbst?

Unklar ist, ob beide Lager sich nun auf einen Kompromiss für eine neue Liste verständigen konnten, wovon zwischenzeitlich die Rede war. Vertreter beider Strömungen in der Partei könnten darauf vertreten sein. Allerdings haben sich die Wogen nach dem gegen den Vorstand gerichteten Sonderparteitag alles andere als geglättet. * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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