Kostenexplosion befürchtet

AdBlue knapp: Wird’s für Dieselfahrer nun unbezahlbar?

Ein Dieseltankeinfüllstutzen neben dem Einfüllstutzen für AdBlue an einem VW Diesel Golf
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Derzeit wird weniger Adblue produziert. Das könnte dazu führen, dass Dieselfahrer demnächst tiefer in die Tasche greifen müssen. (Symbolbild)

Chemiekonzerne stellen weniger Ammoniak her. Das könnte eine Kostenexplosion beim Diesel bedeuten, denn ohne die Harnstoff-Lösung AdBlue kommt kein moderner Diesel aus.

Ludwigshafen – Die Preise schießen momentan an allen Ecken und Enden in die Höhe, die Inflationsrate liegt im September 2021 bei geschätzten 4,1 Prozent über dem Niveau von September 2020*. Ein Wert, der in Deutschland zuletzt vor 28 Jahren gemessen wurde. Besonders hart von der Preisentwicklung getroffen sind die Energiepreise, bei denen sich auch im Jahr 2022 laut Weltbank keine Entspannung abzeichnen wird*.

Marke:AdBlue
Inhaber:Verband der Automobilindustrie (VDA)
Einführungsjahr:2009
Produkte:Abgasnachbehandlung
chemische FormelH₂N-CO-NH₂

Der Gaspreis explodiert derzeit in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit, was nun auch Auswirkungen auf Dieselfahrer haben könnte. Denn durch die hohen Gaspreise stellen Chemiekonzerne weniger Ammoniak her, was wiederum für den Diesel-Zusatzstoff Adblue* benötigt wird. Der Preis für Benzinkraftstoff steigt derzeit ebenfalls in schwindelerregende Höhen.

Zuerst preschte in Deutschland der Chemiekonzern BASF nach vorn, der seine Produktion von Ammoniak am Hauptstandort Ludwigshafen und im belgischen Antwerpen deutlich einschränken musste. Die Bedingungen für einen wirtschaftlichen Betrieb einer Ammoniakanlage in der Region hätten sich erheblich verschlechtert, heißt es beim weltgrößten Chemiekonzern mit Blick auf die Gaspreise. Und auch andere europäische Hersteller sehen angesichts der hohen Energiekosten keine weitere Möglichkeit, als die Produktionen zu drosseln.

AdBlue-Produktion in Deutschland gedrosselt: BASF fährt Produktion in Ludwigsburg und Antwerpen zurück

Mitte Oktober zog dann mit Stickstoffwerke Piesteritz (SKW) der größte Pestizidhersteller in Deutschland nach: Aufgrund zu hoher Energiepreise musste die Produktion zurückgefahren werden, gleichzeitig richtete das Unternehmen einen Appell an die Politik, möglichst schnell in die Preisentwicklung einzugreifen: „Wir fordern unverzügliches Handeln der Politik. Ohne staatliche Maßnahmen droht in Kürze ein Produktionsstopp“, sagte SKW-Chef Petr Cingr gegenüber dem Handelsblatt.

Damit droht, dass AdBlue knapper wird und damit auch teurer. Was das für Auswirkungen hat, lässt sich derzeit gut in Italien beobachten. Wie t-online.de berichtet, hat dort das größte Adblue-Werk angekündigt, seine Produktion für vier Wochen auszusetzen. Damit einherging auch die Erhöhung des Preises.

In Deutschland ist die Situation derzeit noch anders. Zwar sei bislang kein Engpass an Tankstellen zu beobachten, bestätigte der Mineralöl-Wirtschaftsverband (MWV) gegenüber t-online.de. Man beobachte das Ganze aber mit „erhöhter Aufmerksamkeit“. Man sehe keinen Grund für eine Beunruhigung, da die Lager noch gut gefüllt seien.

AdBlue-Produktion in Deutschland gedrosselt: Betroffen wären Diesel der Abgasnormen 5 und 6

Bei der Harnstofflösung AdBlue handelt es sich um den Harnstoff AUS 32. Dieser wird lau ADAC zur Reduktion von Stickoxidemissionen mittels SCR-Systeme eingesetzt. Bei dem Namen AdBlue handelt es sich um einen vom Verband der Automobilindustrie (VDA) geschützten Handelsnamen. Es handelt sich hierbei um eine hochreine, wasserklare, synthetisch hergestellte 32,5-prozentige Harnstofflösung. Diese ist weder Gefahrstoff noch Gefahrengut und in die niedrigste Wassergefährdungsklasse eins eingestuft.

Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass AdBlue in Deutschland knapp wird, beträfe dies Fahrer von Dieselfahrzeugen mit den Abgasnormen 5 und 6. Gleiches gilt für Lastwagen mit den Normen Euro V und VI. Auch Baumaschinen und Schiffe können betroffen sein. * kreiszeitung.de, tz.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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