37.000 Schüler in Niedersachsen schreiben ab heute Abitur

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In rund 400 Schulen in Niedersachsen müssen die Schüler über den Prüfungsaufgaben schwitzen.

Hannover - Für die rund 37.200 Abiturienten in Niedersachsen beginnen heute die schriftlichen Prüfungen. Los geht es im Fach Geschichte, am Dienstag folgt Biologie und den Abschluss bildet nach einer Serie von Prüfungstagen am 12. Mai das Fach Latein.

Jetzt geht es ums Ganze: In rund 400 Schulen müssen die Schüler über den Prüfungsaufgaben schwitzen. Drei Viertel der Schüler legen das Abitur an Gymnasien oder Kooperativen Gesamtschulen ab. In Bremen startete das schriftliche Abitur bereits am Freitag. Zum Start der Abiturprüfungen forderten der Landeselternrat und die Niedersächsische Industrie- und Handelskammer (NIHK) eine bessere Berufsvorbereitung an den Schulen. Die hohe Abbrecherquote von 30 Prozent an den Hochschulen zeige, dass viele Abiturienten mit falschen Vorstellungen über bestimmte Berufe und einer verkehrten Einschätzung der eigenen Fähigkeiten mit einem Studium starteten.

„Wenn es eine Problematik bei der verkürzten Schulzeit gibt, ist es, dass kein Zeitfenster bleibt für die Berufsorientierung“, sagte Wolfgang Pabel vom Vorstand des Landeselternrates zum Abitur nach 12 Jahren, das nun wieder zurückgedreht wird. Die Berufsorientierung müsse nicht nur in der 11. Klasse kurz eine Rolle spielen, sondern bereits ab der 6. oder 7. Klasse in allen Fächern immer wieder zur Sprache kommen. „Wir machen die Beobachtung, dass die Berufsvorbereitung an den Gymnasien und Gesamtschulen nicht so gut betrieben wird wie an Real- und Hauptschulen“, sagte der NIHK-Aus- und Weiterbildungsexperte Volker Linde. „Da besteht Nachholbedarf.“

Eine erste Möglichkeit, eigene Neigungen und Interessen zu prüfen, böten Programme im Internet. Größere Firmen böten auch Info-Tage an, bei denen sie sich und mögliche duale Studienangebote präsentierten. Auch außerhalb des schulischen Rahmens könnten Schüler bei Firmen für ein Praktikum anklopfen, riet Linde. „Da ist Nachholbedarf“, meinte auch Schulexperte Henner Sauerland von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zur Berufsorientierung. Je nach Schule werde aber bereits einiges getan, um den jungen Leuten die Arbeitswelt näher zu bringen.

Mit der Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren habe die Landesregierung zudem eine Aufwertung des Fachs Politik/Wirtschaft beschlossen, so dass es dort mehr Zeit gebe, auch auf die Berufswelt einzugehen. Bei den Abiturprüfungen versuchten viele Schüler bestmögliche Noten zu erreichen, auch wegen der Zulassungsbeschränkungen zu bestimmten Studienfächern, sagte die Vorsitzende des Landesschülerrates, Daniela Rump. Firmen allerdings seien oft überhaupt nicht auf die Noten in einem bestimmten Fach fixiert, sondern interessierten sich auch für bisherige Erfahrungen etwa über Praktika oder einen Nebenjob. Gute Noten seien nicht alles, betonte auch Elternrats-Vertreter Pabel. „Auch bei einer Eins im Abi ist der Eindruck falsch, man könne alles.“ Das böse Erwachen komme oft im Studium. Dort träfen Studenten aus unterschiedlichen Bundesländern aufeinander, die bei gleichen Noten unterschiedliche Voraussetzungen mitbrächten. In Hamburg und Bremen, so Pabels Einschätzung, seien für Bestnoten weniger Qualifikationen nötig. dpa

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