Winterchaos

A2: Größter Parkplatz Deutschlands - schlafen und essen zwischen Schnee und Kälte

Der Winter hat Niedersachsen weiter fest im Griff. Wer mit dem Auto oder der Bahn unterwegs ist, muss bei Schnee, Glatteis und sibirischer Kälte mit Einschränkungen rechnen. Es ist chaotisch.

  • Autofahrer in Niedersachsen müssen sich weiterhin auf glatte Fahrbahnen und Einschränkungen einstellen.
  • Extreme Schneeverwehungen sorgten für Chaos auf den Straßen.
  • Die Bahnstrecke RE2 Göttingen-Hannover ist in beide Richtungen vollständig gesperrt.

Autofahrer in Niedersachsen müssen sich wegen der Schneefälle und glatten Fahrbahnen am Mittwoch auf Einschränkungen im Berufsverkehr einstellen. „Es ist chaotisch“, sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei Braunschweig am frühen Morgen. Auf der Autobahn 2 Richtung Dortmund zwischen dem Kreuz Wolfsburg und Peine sei der Hauptfahrstreifen gesperrt. Die Lastwagenfahrer würden dort parken und schlafen. „Wir haben den größten Parkplatz der Republik.“ Glatt sei es noch überall, die Straßenzustände seien weiterhin nicht gut. Unfälle habe es deswegen in der Nacht kaum gegeben. „Die Autofahrer haben sich offenbar darauf eingestellt und wir sind froh, dass bislang nicht mehr passiert ist“, sagte der Sprecher.

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Glatt sei es noch überall, der Zustand der Straßen sei nicht gut. Unfälle habe es deswegen in der Nacht allerdings kaum gegeben. „Die Autofahrer haben sich offenbar darauf eingestellt, und wir sind froh, dass bislang nicht mehr passiert ist“, sagte der Sprecher. Das bestätigte die Autobahnpolizei in Göttingen. Auf der A7 habe es keinerlei Probleme gegeben, hieß es dort. Lediglich die Parkplätze für Lastwagen seien knapp geworden. Der Verkehr rolle aber.

Auf minus zwölf Grad ist die Temperatur schon gefallen. Die Nacht auf dem verschneiten Rastplatz bei Hannover soll noch eisiger werden. „Das Wetter ist extrem. Das hatten wir, so glaube ich das letzte Mal vor zehn Jahren“, sagt Lastwagenfahrer Udo Haupt, seit 30 Jahren beruflich auf Fernstraßen unterwegs. Der 50-Jährige hat am Nachmittag vorerst aufgegeben, gegen die Witterung auf der A2 zu kämpfen.

Autobahn 2: Neun Stunden für 30 Kilometer

Sonntagabend startete seine Tour von Freiburg in Baden-Württemberg nach Hildesheim. Extreme Schneeverwehungen sorgten für Chaos auf den Straßen. Für einen Streckenabschnitt von 30 Kilometern sollte Haupt in dieser Nacht neun Stunden brauchen. Am Dienstag machte Glätte ein Vorankommen auf vielen Autobahnabschnitten kaum möglich. „Da fuhr heute Morgen ein Kollege mit seinem Sattelzug vor mir. Wenn der auf die Bremse drauf ging, konnte ich zusehen, wie der sich nach rechts wegbewegte. Das war schon ein Szenario.“

Lkw-Fahrer harren auf einem Parkplatz an der A2 aus.

Mittwochfrüh gegen 5 Uhr will Haupt seinen Weg zurück nach Freiburg fortsetzen. Am Abend läuft in seiner Fahrerkabine der Fernseher. Zu Essen gibt es Aufbrühsuppen - Mikrowelle und Wasserkocher gehörten zur Grundeinrichtung in vielen Fahrerkabinen, erzählt Haupt. Die kommen im Winterchaos ebenso gelegen wie die Standheizung, die seine Kabine auf 20 Grad erwärmt. „Die läuft heute Nacht durch, sonst kannst du es vergessen.“

Weniger locker wirken die Autofahrer, die an dem zulaufenden Rastplatz Garbsen Nord zwischen den Lastwagen feststecken. Die Auffahrt zur Autobahn ist zugeparkt und von hinten folgen Dutzende weitere Lkw, deren Fahrer einen Ruheplatz für die Nacht suchen. Andernorts auf der A2 - zwischen Braunschweig und Helmstedt - standen zahlreiche Lastwagen auf dem Standstreifen, weil Autobahnausfahrten und Parkplatzauffahrten unbefahrbar waren.

Reisen mit der Bahn wird in Niedersachsen zur Geduldsfrage

Auch Bahnreisende müssen weiterhin mit Ausfällen und Verspätungen rechnen. Erst im Laufe des Mittwochs könnten die Einschränkungen schrittweise aufgehoben werden, teilte die Deutsche Bahn mit. Der Betrieb im Harz-Weser-Netz bleibe bis mindestens 10 Uhr eingestellt. Grund dafür seien Räumungsarbeiten an den Gleisen und Weichen. Der Bahnhof Wolfsburg sei gar nicht erreichbar. Zwischen Hannover und Wolfsburg wurden stattdessen Busse eingesetzt.

Der Fernverkehr war ebenfalls eingeschränkt, etwa von Berlin in Richtung Hannover. Auf den Regio-Linien RE 1 (Hannover - Bremen - Norddeich) und RE 8 (Osnabrück - Bremen - Bremerhaven) startete dagegen wieder der normale Betrieb. Vereinzelt seien aber auch dort noch Verspätungen und Ausfälle möglich, so die Bahn.

Schneebedeckte Gleise behindern den Bahnverkehr in Niedersachsen.

Die Strecke RE2 Göttingen-Hannover ist in beide Richtungen vollständig gesperrt. Grund ist ein liegengebliebener Güterzug. Durch eingefrorene Weichen ist es leider nicht möglich, diesen zu umfahren oder auf das Nebengleis auszuweichen. Die notwendigen Bergungs- und Reparaturarbeiten werden voraussichtlich bis Mittag andauern, schreibt die Metronom Pressestelle.

In Hannover stellte der Betreiber Üstra den Stadtbahnverkehr komplett ein. Grund sei, dass der Frost an Dutzenden Übergängen Betonplatten angehoben habe, die so die Gleise blockieren, teilte die Üstra am Morgen mit. Der Busverkehr wurde dafür wieder aufgenommen. dpa

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

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