90.000 Lehrer sollen Auskunft über Arbeitsbelastung geben

Hannover - Wie stark sind Lehrer am Arbeitsplatz belastet? Das will Niedersachsens Landesregierung von den Pädagogen wissen. Die Fragen zielen zunächst nur auf besonders belastende Tätigkeiten ab, die Arbeitszeiten der Lehrer spielen erst einmal keine Rolle.

Rund 90.000 Pädagogen in Niedersachsen werden vom Kultusministerium zu ihrer Arbeitsbelastung befragt. An der Onlineumfrage könnten alle Lehrer staatlicher Schulen teilnehmen, kündigte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Dienstag in Hannover an. Die Arbeitszeit spiele bei der Befragung aber keine Rolle.Mit diesem Aspekt solle sich später ein Expertengremium befassen.

Dabei solle auch eine entsprechende Studie der Universität Göttingen berücksichtigt werden, die die Lehrergewerkschaft GEW im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben hatte. Mit der Umfrage des Ministeriums solle untersucht werden, ob die Vorgaben der Landesregierung zu Inklusion, Ganztagsschulen oder interkultureller Bildung die Lehrer zu sehr belasten, sagte Heiligenstadt.

Die Diskussion aufseiten der Lehrer war: "Wir kommen nicht zu unserer Kernaufgabe, weil wir so viele andere zusätzliche Belastungsfaktoren haben". Nun solle festgestellt werden, ob etwa Verwaltungsaufgaben oder Dokumentationspflichten wegfallen können, um die Lehrer zu entlasten.

Die Fragen entwickelten Forscher des Zentrums für angewandte Gesundheitswissenschaften der Universität Lüneburg. Die Lehrer und pädagogischen Mitarbeiter können sie von Mittwoch (1. Juni) an mit einem speziellen Zugangscode auf den Uni-Seiten aufrufen. Die Teilnahme sei anonym und freiwillig, betonten das Ministerium und die Universität.

Der Öffentlichkeit waren die genauen Fragen zunächst nicht zugänglich. Heiligenstadt verwies auf wissenschaftliche Standards - die Lehrer sollten sich möglichst unvoreingenommen mit dem Fragebogen auseinandersetzen. Der Philologenverband hatte die Umfrage kurz vor ihrem Start kritisiert und eine inhaltliche Überarbeitung gefordert. In der jetzigen Form werde die konkrete Arbeitsbelastung der Lehrer nicht erfasst werden.

Der Philologenverband war allerdings selbst an den Vorgesprächen zum Fragebogen beteiligt, ebenso wie der Schulleitungsverband Niedersachsen. Dieser wies die ablehnende Haltung der Gewerkschaft deshalb als unverständlich zurück: "Kritik muss dort geäußert werden, wo die Vorbereitungen stattgefunden haben", teilte der Verband am Dienstag mit.

dpa

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