Niedersachsen

800-Kilo-Kuh gerissen: Wippingen sammelt Unterschriften für Wolf-Abschuss

Nachdem ein Wolf eine 800-Kilo-Kuh gerissen haben soll, werden immer öfter Wölfe auch innerhalb von Ortschaften gesichtet. Nun wird in Wippingen der Abschuss von Wölfen gefordert.

Wippingen – Seit Jahren leben in Niedersachsen immer mehr Wölfe. Dass sie nicht selten Tiere und Landwirte in Angst und Schrecken versetzen, zeigt nun ein Vorfall in Wippingen im Landkreis Emsland. So erlag kürzlich eine 800 Kilogramm schwere Kuh eines Wolf-Risses*. Doch nicht alleine dieser Angriff sorgt für Aufruhr im ganzen Landkreis. Nun fordert die niedersächsische Gemeinde Konsequenzen. Forderung: Wölfe sollen dort nun zum Abschuss freigegeben werden.

Gemeinde:Wippingen
Bundesland:Niedersachsen
Fläche:16,54 km²
Bevölkerung:901 (31. Dez. 2008)

Tierriss in Wippingen: Bürgermeister fordert Abschuss der Wölfe

Die Gemeinde Wippingen hat genug von der Tyrannei der Wölfe. Die Gemüter sind ähnlich erhitzt wie in Achim-Borstel, dort wurde auch ein Tier vermutlich Opfer eines Wolfsrisses*. Nach dem Riss einer 800 Kilogramm schweren Kuh, wollen die Anwohner dem Schrecken ein Ende setzen. Schließlich schaffen die gefährlichen Raubtiere nun auch immer häufig ihren Weg aus der Peripherie.

So werden sie immer häufiger auch an öffentlichen Plätzen gesichtet. Erst vor Kurzem wurde gesehen, wie ein Wolf durch die Lohner Innenstadt trabt*. Nun wurden die Raubtiere auch vor Sportplätzen und Wohnhäusern in Wippingen gesichtet. Es brauche besondere Maßnahmen, um der Gefahr Einhalt zu gebieten. Das befindet nicht zuletzt Wippingens Bürgermeister Hermann Gerdes (CDU).

Weil die bisherigen Methoden, zum Beispiel das Aufstellen von Sicherheitszäunen, die Wölfe scheinbar nicht vor ihren Raubzügen abhalten können, greift Gerdes nun zum letzten Mittel: Mit einer Unterschriftensammlung möchte die Kommune den Abschuss der Wölfe beantragen. Wie dringlich das Thema ist, zeigt, dass der Bürgermeister die Angelegenheit höchstpersönlich in die Hand nimmt.

Immer mehr Wölfe lassen sich in Niedersachsen nieder.

Wolfsvorkommen in Wippingen: Umweltminister Olaf Lies zeigt Verständnis

Auch Umweltminister Olaf Lies (SPD) beobachtet das Wolfsvorkommen in Wippingen mit einem kritischen Auge. Doch er weiß auch, alleine die Sichtung von Wölfen reicht noch nicht, um Abschüsse zu legitimieren. So sei es normal, dass mit wachsender Wolfspopulation eben auch die Zahl der Begegnungen ansteigt. Auch rechtlich dürfte für Wippingens besorgter Bürgermeister Unterstützung schwierig werden. Einen Antrag auf Wolfs-Abschuss lehnte gerade erst das Gericht in Düsseldorf ab*.

Olaf Lies hat Verständnis für die Angst der Gemeinde Wippingen – und versucht, sie ihr zu nehmen. Viele Wölfe seien einfach nur neugierig. Wie auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit bestätigt, sind Wölfe nur in seltenen Fällen für Menschen gefährlich.

Angst vor Wolfsübergriffen steigt in Niedersachsen

Ob sich die Gemeinde Wippingen mit dieser Erklärung des Umweltministers zufriedengeben wird, bleibt fraglich. Mit 36 Wolfsrudeln, was einer Population von etwa 350 Tieren entspricht, beheimatet Niedersachsen einen Großteil aller Wölfe in ganz Deutschland. Es lassen sich also vor allem in Niedersachsen immer mehr Wölfe nieder, wodurch auch die Angst vor weiteren Wolfsübergriffen steigt. Alleine in Diepholz entdeckte vor Kurzem ein Landwirt drei Wolfsrisse in vier Tagen*.

Etwas Hoffnung macht Lies dem Landkreis Emsland dann doch. So habe Niedersachsen ein Gutachten in Auftrag gegeben, um ermitteln zu können, ab welcher Wolfspopulation der Wolf als nicht mehr gefährdet gilt. Sobald das Ergebnis vorliegt, könne eine Untergrenze bestimmt werden, der es dem Staat erlaubt, einzugreifen. Vielleicht kann so dann auch die Gemeinde Wippingen eines Tages das Wolfsgeschehen unter Kontrolle bringen. *kreiszeitung.de, 24hamburg.de und hna.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: ©  Swen Pförtner/dpa

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