49-Jähriger wegen Millionenbetrugs verurteilt

Der 49-Jährige wurde zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Hildesheim - Er vergnügte sich immer wieder mit Prostituierten, bezahlte sie mit hinterzogenen Versicherungsgeldern - und bekam nun vor Gericht die Quittung dafür.

Das Landgericht Hildesheim hat einen Versicherungsangestellten aus Hannover am Donnerstag wegen Millionenbetrugs zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Der Familienvater hatte gestanden, insgesamt rund 1,3 Millionen Euro Versicherungsgeld abgezweigt zu haben, das ihm nicht gehörte. Die Richter entsprachen mit ihrem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der 49-Jährige hatte bei einem Besuch im Rotlichtviertel in Hannover eine Prostituierte „kennen- und lieben gelernt“, wie der Vorsitzende Richter Harald Bachmann es während der Urteilsbegründung ausdrückte: „In der Folgezeit besuchte er sie regelmäßig, was erhebliche Kosten verursachte, die er aus seinem Einkommen nicht decken konnte.“

Und so verkaufte der Mann zunächst Teile seiner kostbaren Plattensammlung. Als auch das nicht ausreichte, zweigte er zum ersten Mal Geld ab - der 49-Jährige war bei einer Versicherung beschäftigt. Dort leitete er fällige Lebensversicherungsgelder um, bei denen die Empfänger nicht zu ermitteln waren und die auf einem Sonderkonto geparkt waren.

Zunächst fälschte er noch Unterlagen für die Versicherungsakte und erschlich sich so die erforderliche Unterschrift eines weiteren Sachbearbeiters. Das Geld ließ er sich auf das Konto der Prostituierten auszahlen und teilte es mit ihr. Weitere Fälle folgten, bei denen er dann die Unterschrift des zweiten Sachbearbeiters gleich auch noch fälschte.

Nachdem dies mehrmals gut ging, brannte die Prostituierte jedoch mit dem Geld durch, als ein besonders hoher Betrag von rund 80 000 Euro auf ihrem Konto einging. Daraufhin setzte der Mann seine Masche mit anderen Prostituierten fort. Insgesamt ein Dutzend Frauen machten das Spiel in 39 Fällen mit. Eine 31-Jährige soll mit insgesamt 750 000 Euro den Großteil der 1,3 Millionen Euro überwiesen bekommen haben. Sie saß ebenfalls auf der Anklagebank und wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt.

Der Hauptangeklagte verließ den Gerichtssaal zunächst als freier Mann. Der Haftbefehl gegen ihn wurde nach acht Monaten Untersuchungshaft aufgehoben. Seine Reststrafe kann der Mann nun voraussichtlich im offenen Vollzug absitzen. Das Urteil ist rechtskräftig. Alle Beteiligten verzichteten darauf, Rechtsmittel einzulegen.

dpa

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