Mutmaßlicher Täter stellt sich

Osnabrück: 45-Jähriger im Supermarkt erschossen

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In dem Supermarkt ist ein 45 Jahre alter Mann erschossen worden.

Osnabrück - Polizeiabsperrungen, Streifenwagen, Blaulicht, Neugierige, die an der anderen Straßenseite an einer Absperrung stehen: Was an diesem Donnerstagmittag knapp anderthalb Stunden nach einer Bluttat in einem Osnabrücker Supermarkt für die Öffentlichkeit sichtbar ist, erinnert an einen Fernsehkrimi.

Aber es ist nicht Fiktion, sondern brutale Realität: In einem türkischen Supermarkt stirbt am Vormittag gegen halb elf ein 45 Jahre alter Mann durch die Schüsse eines jüngeren Täters. Viel ist über das Verbrechen zunächst nicht bekannt: Das Opfer sei mit seiner Ehefrau einkaufen gewesen, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück, Alexander Retemeyer.

Die Polizei fahndet zunächst nach dem Schützen. Am Mittag dann meldet sich der mutmaßliche Täter bei der Polizei auf einer Wache in der Osnabrücker Innenstadt. Der 38 Jahre alte Mann sei in Begleitung eines Rechtsanwalts erschienen und habe eine Waffe abgegeben, berichtet Retemeyer.

Beamte vernehmen den Tatverdächtigen. Parallel suchen Ermittler des Erkennungsdienstes in weißen Schutzanzügen in dem Supermarkt nach Spuren. Es wird später darauf ankommen, die Erkenntnisse der Spurensicherung mit den Aussagen des Mannes abzugleichen.

Die Hintergründe der Tat liegen für die Ermittler zunächst im Dunkeln. Nach der ersten Vernehmung des mutmaßlichen Täters gehen die Ermittler davon aus, dass sich Opfer und Täter kannten. Angaben zum Motiv gibt es aber zuerst nicht, sagt Polizeisprecherin Mareike Kocar.

Direkt nebenan liegt eine Apotheke, in die sich zwei Menschen in Panik aus dem Supermarkt geflüchtet hatten, erzählt eine junge Angestellte. „Man sah ihnen an, dass sie im Schock und in Aufregung waren“, erzählt sie. Auch sie habe die Situation als sehr bedrohlich empfunden. Als die ersten Rettungswagen eingetroffen sind, hätten sich Sanitäter um die Kunden gekümmert.

Eine alte Frau mit Kopftuch kommt über die Straße zum Supermarkt gelaufen und wird von einem Polizisten daran gehindert, näher zu kommen. „Mein Enkel arbeitet in dem Geschäft“, erzählt sie. Er habe sie auf dem Handy angerufen und von der Schießerei erzählt. Seitdem habe sie keinen Kontakt mehr. Erst von Journalisten erfährt sie, dass ihr Enkel nicht das Opfer sein kann: Er ist 26 Jahre alt, das Opfer 45. Die Erleichterung ist ihr ins Gesicht geschrieben.

Wie viele Menschen in dem Supermarkt waren, als der tödliche Schuss fiel, weiß Polizeisprecherin Kocar zunächst nicht. Alle, die im Geschäft waren, würden von den Beamten noch befragt, sagt sie. dpa

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