Er sei zu betrunken gewesen

38-Jähriger kann sich nicht an dreifachen Mordversuch erinnern

Lüneburg - Wegen dreifachen versuchten Mordes in Tateinheit mit versuchter schwerer Brandstiftung muss sich seit Dienstag ein 38-Jähriger vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. Er soll in Celle versucht haben, seine frühere Lebensgefährtin zu töten, weil sie sich von ihm getrennt hatte.

Dabei soll er laut Staatsanwaltschaft Ende Januar eine mit Benzin gefüllte und mit einem Stofflappen präparierte Plastikflasche vor der Wohnung der Frau angezündet und auf ihren Balkon geworfen haben. 

Er könne sich nicht an die Tat erinnern, sagte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag. Er sei zu betrunken gewesen, erklärte der Deutsch-Russe über seine Dolmetscherin. "Ich habe das alles erst aus der Anklageschrift erfahren", sagte er. Das Benzin habe er an einer Tankstelle gekauft, um mit einem später verschwundenen Bekannten in einem Park ein Lagerfeuer zu entfachen. 

Bei der Tat soll der 38-Jährige laut Anklage auch den Tod der beiden Töchter seiner Ex-Freundin billigend in Kauf genommen haben. Ein zufällig vorbeikommender Zeuge habe ein Übergreifen des Feuers verhindern können und die Flammen mit einem Teppich erstickt, berichtete die Staatsanwältin. In der Wohnung war nur eine neun Jahre alte Tochter der Frau, sie kam mit dem Schrecken davon. Das Gericht hat bis zum 4. September fünf Verhandlungstermine angesetzt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Uli Deck

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