Angeklagter schweigt zu Prozessauftakt

Fünffache Mutter stirbt nach Brand - Ehemann schweigt vor Gericht

Bergen - Zunächst sieht es nach einem Unglücksfall aus, doch dann geht es um Mord. Der Angeklagte soll seine Ehefrau mit Benzin übergossen und angezündet haben. Sie starb nach rund zweiwöchigem Todeskampf. Laut Anklage wollte der Mann frei für eine andere Frau sein.

Weil er seine Ehefrau mit Benzin übergossen und angezündet haben soll, muss sich ein 36-Jähriger seit Donnerstag am Landgericht Lüneburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor, die 43-Jährige starb nach zwei Wochen im Krankenhaus. Außerdem geht es um schwere Brandstiftung. Laut Anklage wollte sich der Mann seiner Frau entledigen und einer anderen zuwenden.

Die Staatsanwältin sprach am Donnerstag zu Prozessbeginn von einem grausamen Mord aus niedrigen Beweggründen. Der Mann habe in "gefühlloser und unbarmherziger Gesinnung" gehandelt. Zu dem Vorfall kam es am 24. November vergangenen Jahres in Bergen im Wohnzimmer des gemeinsam bewohnten Einfamilienhauses. Die fünf Kinder des Paares waren damals in der Schule.

Der Angeklagte wollte am Donnerstag zunächst keine Angaben machen. Er war selbst mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus gekommen, dann aber untergetaucht. Anfang Dezember konnte er in Bielefeld gefasst werden, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Angeklagter sagt: Er habe Kamin anzünden wollen

Am Donnerstag sagte auch ein Kommissar aus, der den Mann im Krankenhaus befragt hatte. Damals habe der 36-Jährige gesagt, dass er den Kamin habe anzünden wollen. Auf dem Weg dahin habe er einen Benzinkanister im Wohnzimmer geöffnet und abgestellt. Als er sich dann eine Zigarette angezündet habe, sei es zu dem Brand gekommen.

Er habe noch versucht, die Frau zu retten und sei dann zu einem Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr in der Nähe gelaufen, dort sei aber niemand gewesen. Ein Rechtsmediziner wollte nicht ausschließen, dass sich die Frau selbst angezündet haben könnte. Ein Selbstmord auf diese Weise sei jedoch eher ungewöhnlich, betonte er.

Die Ermittlungsbehörden waren zunächst von einem Unglücksfall ausgegangen. Später hatten Brandermittler aber Spuren sichergestellt, die darauf hindeuteten, dass Benzin im Wohnzimmer verschüttet und das Feuer absichtlich gelegt worden war. Die als Schwurgericht tagende 4. große Strafkammer hat insgesamt 14 Verhandlungstermine angesetzt, das Urteil könnte am 23. Juni fallen.

dpa

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