Nach Bund-Länder-Gipfel

2G-Plus im Restaurant gilt in Niedersachsen nicht - unter einer Bedingung

Hinweis auf die 2G-Plus-Regel vor einer Gaststätte.
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2G-Plus sollte bundesweit in der Gastronomie gelten. Niedersachsen macht da nicht mit.

Flächendeckend sollte 2G-Plus in der Gastronomie eingeführt werden. Niedersachsen geht nun einen anderen Weg: Die bisherige 2G-Regel soll weiter bestehen bleiben.

Hannover – Kaum eine Woche ist seit dem vergangenen Bund-Länder-Gipfel vergangen, bei dem die Regierungschefs sich für neue Regeln im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Deutschland ausgesprochen haben. Während sich die Omikron-Virusvariante bundesweit weiter ausbreitet und in Bremen die Fallzahlen weiter in die Höhe schießen, soll nach dem Bestreben der Ministerpräsidenten eine flächendeckende 2G-Plus-Regel, unter anderem in der Gastronomie, das Pandemie-Geschehen eindämmen. Aus Niedersachsen kommt nun allerdings Gegenwind: Die Landesregierung von Stephan Weil (SPD) will weiterhin auch auf das 2G-Modell mit verringertem Platzangebot setzen.

Deutsches Land:Niedersachsen
Fläche: 47.614 km²
Bevölkerung: 7,982 Millionen (2019)
Hauptstadt: Hannover

„In dem jetzigen Entwurf ist keine Änderung vorgesehen in diesem Punkt“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Mittwoch in Hannover und verwies auf den noch laufenden Abstimmungsprozess in Hinblick auf die neue Corona-Verordnung in Niedersachsen, die am kommenden Samstag, 15. Januar 2022, in Kraft treten soll.

2G-Plus-Regelung: In Niedersachsen bleibt 2G-Regel bei 70 Prozent Auslastung

Derzeit gilt für Niedersachsens Restaurants und Gastronomie, dass die Betriebe auf einen zusätzlichen Corona-Test zur Impfung oder Genesung bei ihren Gästen verzichten können, wenn sie nur 70 Prozent ihrer Plätze belegen – es bleibt also bei der 2G-Regel. Bei einer vollständigen Auslastung greift hingegen die 2G-plus-Regelung. Von der Testpflicht ausgenommen sind zudem Menschen, die bereits eine Auffrischungsimpfung, eine sogenannte Booster-Impfung, erhalten haben. Wer hingegen doppelt geimpft oder genesen ist, benötigt einen negativen Corona-Test. Ausgenommen von den Regeln sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Während sich die deutsche Politik beim Bund-Länder-Gipfel gemeinsam mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf eine Ausdehnung der 2G-Plus-Regel verständigt hat, ist inzwischen klar, dass neben Niedersachsen auch andere Bundesländer diese Beschlüsse derzeit noch nicht umsetzen. Im nördlichen Bundesland und Bremen ist es künftig auch möglich, eine Auffrischimpfung in den Apotheken zu erhalten.

Verkürzte Quarantäne: Geimpfte, Ungeimpfte, Freitesten – welche Corona-Regeln gelten genau?

  • Dauer der Quarantäne für Infizierte: Statt bislang 14 Tage müssen Infizierte nur noch für zehn Tage in die Isolation. Nach sieben Tagen können sich die Betroffenen aber mit einem PCR-Test oder mit einem vom Paul-Ehrlich-Institut zertifizierten Schnelltest freitesten. Der Schnelltest muss jedoch in einem Testzentrum erfolgen. Diese allgemeine Regel gilt auch für Schul- und Kita-Kinder. Klinik- und Pflegebeschäftigte können sich auch nach sieben Tagen aus der Isolation befreien – allerdings ausschließlich mit einem negativen PCR-Test. Bedingung: Zuvor müssen die Betroffenen 48 Stunden lang frei von Omikron-Symptomen gewesen sein.
  • Isolation von Kontaktpersonen: Wer mit einem Covid-19-Erkrankten längeren Kontakt hatte, muss ebenfalls für zehn Tage in Quarantäne. Auch hier ist aber ein Freitesten nach sieben Tagen möglich. Zwei Besonderheiten: Symptomfreie Mitarbeiter in Kliniken und Pflegeeinrichtungen können sich in diesem Fall dann aber bereits nach fünf Tagen freitesten können. Gleiches gilt für Schul- und Kita-Kinder.
  • Erlass der Quarantäne: Ausnahmen von der Quarantäne gibt es ausschließlich für Kontaktpersonen, nicht für Infizierte. Um eine Isolierung kommen insgesamt drei Kontaktgruppen herum: Wer geboostert ist, also drei Impfungen erhalten hat, sowie doppelt Geimpfte und Genese. Bei den letzten beiden Personengruppen gibt es aber eine Bedingung: Die letzte Corona-Impfung beziehungsweise die Covid-19-Erkrankung darf nur weniger als zwei Monate her sein.

Lauterbach über Omikron-Virusvariante: 2G-Plus-Regelung reicht nicht aus

Durch die schnelle Ausbreitung der Omikron-Virusvariante in Deutschland sind Gesundheitsexperten erneut in Alarmbereitschaft. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bezeichnete die 2G-plus-Regelung als guter Anfang, allerdings würden seiner Ansicht nach die Maßnahmen nicht ausreichen, um die Gefahr von Omikron zu brechen. „Ich glaube schon, dass uns das helfen wird“, merkte der Gesundheitsminister in diesem Kontext am Sonntag, 9. Januar, in der Sendung Bericht aus Berlin an.

Angesichts der gegenwärtigen Lage verdeutlichte Lauterbach erneut die immense Bedeutung der Auffrischungsimpfung. Denn „je mehr Geboosterte wir in der Gesellschaft haben, desto schwerer ist es für Omikron, eine starke Welle aufzubauen“, sagte der Gesundheitsminister in der ARD-Sendung.  

Corona-Gipfel: 2G-Plus in der Gastronomie, Kontaktbeschränkung und Maskenpflicht – der Überblick

  • 2G-Plus in Restaurants, Cafés und anderen gastronomischen Betrieben: Demnach sollen nur noch Geimpfte und Genesene (2G) Zutritt bekommen, wenn sie zugleich einen negativen Test vorlegen können (2G plus). Ausnahme: Wer geboostert ist, kommt ohne Test hinein. Ungeimpfte müssen generell draußen bleiben.
  • Kontaktbeschränkungen bleiben bestehen: Geimpfte wie Genesene dürfen sich bei privaten Zusammenkünften mit maximal zehn Personen treffen. Für Ungeimpfte gilt weiterhin: Es dürfen sich lediglich die Angehörigen des eigenen Haushalts sowie höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts treffen. Kinder bis zur Vollendung des 14 Jahres sind jeweils ausgenommen.
  • Clubs und Diskotheken bleiben geschlossen.
  • Zugangsbeschränkung für Ungeimpfte sind weiterhin gültig: Bundesweit ist der Zugang zu Einrichtungen und Veranstaltungen der Kultur- und Freizeitgestaltung (Kinos, Theater, Gaststätten, etc.) sowie teilweise auch zum Einzelhandel (Ausnahme: Geschäfte des täglichen Bedarfs) nur für Geimpfte und Genesene (2G) möglich. Ergänzend kann ein aktueller Test vorgeschrieben werden (2G-Plus).

Corona-Regeln in Niedersachsen: Testpflicht für Schüler nach Weihnachtsferien

Nachdem seit Mitte Dezember in Niedersachsen eine Weihnachtsruhe über Weihnachten und Silvester das öffentliche Leben bis weit in den Januar 2022 lahmlegt, sind die Schulen nach den Ferien wieder in den Betrieb gestartet. Seit dem 10. Januar müssen Schülerinnen und Schüler wieder zur Schule und sich an gesonderte Corona-Regeln in Niedersachsens Schulen halten. Unter anderem ist nun vorgeschrieben, dass Schüler sowie das Schulpersonal auch während des Unterrichts einen medizinischen Mund-Nasenschutz tragen müssen.

Um frühzeitig Infektionen zu erkennen, müssen sich die Schüler zudem jeden Tag in der ersten Schulwoche testen lassen. Dies gilt nicht für Kinder, Jugendliche sowie Beschäftigte an den Schulen, die bereits gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Infektion genesen sind. Währenddessen hat das niedersächsische Kultusministerium verfügt, dass mehrtägige Schulfahrten mindestens bis zu den Osterferien verboten bleiben. Die Landesregierung hat inzwischen zudem die Booster-Impfung auch für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren empfohlen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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