Selbsttest unter Aufsicht

2G-Plus beim Friseur und Einzelhandel: Corona-Regel verhagelt das Geschäft

Du hast die Haare schön – dies soll auch an Weihnachten gelten. Laut der Friseur-Innung ist dies allerdings unter den aktuellen Corona-Regeln schwierig. 2G verhagelt das Geschäft.

Hannover. 2G-plus sollte das Weihnachts-Shopping und den Friseurbesuch vorm Fest sicher möglich machen. Doch gutgemeint und gutgemacht sind eben zwei Paar Schuhe. Ein Problem: Es gibt zu wenige Testzentren. Diese wurden im Frühjahr größtenteils wegen sinkender Nachfrage wieder geschlossen. Vor den aktiven Testzentren bilden sich lange Schlangen– weswegen die Stimmung jetzt zu kippen droht.

BundeslandNiedersachsen
Fläche47.614 km²
Bevölkerung7,982 Millionen (2019)
HauptstadtHannover

Bis neue Testzentren ihren Betrieb aufnehmen können, gibt es eine Vor-Ort-Lösung: Selbsttest unter Aufsicht. Laut der Landes-Corona-Verordnung dürfen Nachweise über einen negativen Corona-Schnell- oder Selbsttest nur dafür zugelassenen Personen, Teststellen, Testzentren oder Laboren ausstellen.

Neben dem Einzelhandel betrifft die 2G-plus-Regel auch die Gastronomie. „Ohne die Möglichkeit der Selbsttestung unter Aufsicht vor Ort ist eine Öffnung der Gaststättenbetriebe nicht möglich. Die Testzentren sind überlaufen und die Gäste bleiben fern“, sagt Andree Meyer, Kreisverbands-Vorsitzender im Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Niedersachsen (Dehoga) und Gaststättenbetreiber. Er bezeichnet die neue Nachweis-Regelung für einen negativen Corona-Test als „Stern am Horizont“, um das Weihnachtsgeschäft der Gastronomie zu retten.

2G-plus: Friseure fürchten ums Weihnachtsgeschäft

Weniger optimistisch sind die Friseure. Sie befürchten Umsatzrückgänge durch die schärfere 2G-plus-Regel. „Es ist alles nicht ausgereift und leider trifft es wieder eine Branche, die schon gebeutelt ist durch die beiden Lockdowns, die wir hatten“, sagte die Landesinnungsmeisterin des niedersächsischen Friseurhandwerks, Manuela Härtelt-Dören.

Wegen fehlender Testkapazitäten gingen bei den Betrieben bereits zahlreiche Termin-Absagen ein. Für den Dezember, laut Verband einer der umsatzstärksten Monate im Jahr, erwartet die Innungsmeisterin einen Umsatzrückgang von 30 bis 40 Prozent. Die Friseure fordern daher die Landesregierung auf, wieder nach 3G oder zumindest nach 2G arbeiten zu dürfen. Hier ist Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Die 2G-plus-Regel könnte bald schon wieder Geschichte sein. Möglicherweise schon ab Montag soll die 2G-Regel in allen Geschäften gelten, die keine Waren des täglichen Bedarfs verkaufen*. 

Ein Friseurbesuch während der Corona-Pandemie ist mit viel Planung verbunden.

Zum Hintergrund: Seit Mittwoch (1. Dezember) gilt für weite Teile des öffentlichen Lebens in Niedersachsen 2G-plus. Das heißt, es reicht nicht mehr gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Infektion genesen zu sein. Wer etwa einen Friseur besuchen will, benötigt auch einen negativen Testnachweis. Dies verlängert den Friseurbesuch. Denn bis ein Testergebnis vorliegt, dauert es 15 Minuten. Hinzu kommt noch die Zeit in der Warteschlange.

Härtelt-Dören fürchtet, dass durch die schärferen Regeln in Niedersachsen Kunden für Friseurtermine in Nachbarbundesländer oder auch in die Schattenwirtschaft abwandern werden. Aus Sicht der Innungsmeisterin fehlt es im Pandemie-Management an einem Dialog zwischen Politik und den Fachverbänden. „Was uns nun auf die Füße fällt, wo wir vom Friseurhandwerk, aber auch die Gastronomen bestraft werden, ist die Unfähigkeit der Politiker in diesem Sommer gewesen, Strategien zu entwickeln, wie wir durch den Winter kommen“, sagte Härtelt-Dören.

Kurzarbeit wegen 2G-plus bei den Friseuren

Die Friseure arbeiteten nach den ersten beiden Lockdowns noch immer mit strengen Hygiene-Auflagen und Abstandsregeln. Unternehmen hätten daher Salons nicht auslasten können und Mitarbeiter bis zuletzt in Kurzarbeit schicken müssen, sagte Härtelt-Dören. „Nun uns auch noch 2G-plus aufzudrücken, das ist wirklich bitter.“ Wie es aussieht, könnte 2G-plus bereist kommende Woche schon wieder Geschichte sein. (Mit Material von dpa, Heinrich Kracke und Edgar Haab) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Laci Perenyi/Imago Images

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