Warnstufe 2 tritt in Kraft

Corona in Niedersachsen: 2G-Plus-Regel gilt jetzt im ganzen Land

Weil die Corona-Situation in den Krankenhäusern in Niedersachsen weiter eskaliert, gilt ab Freitag landesweit die Warnstufe 2 und damit allerorten in vielen Bereichen die 2G-Plus-Regel.

Hannover – Bis jetzt betrifft es noch nicht alle Landkreise und kreisfreien Städte in Niedersachsen, doch aufgrund der Lage in den Krankenhäusern greift ab Freitag, 17. Dezember 2021, landesweit die Warnstufe 2 der niedersächsischen Corona-Verordnung. Somit greift nun im gesamten Land Niedersachsen in zahlreichen Bereichen des öffentlichen Lebens die 2G Plus-Regel. Über die Weihnachtsfeiertage und Silvester gilt in Niedersachsen sogar die Warnstufe 3, für die sogenannte Weihnachtsruhe. Konkret gilt dies neu für den Heidekreis und für die Stadt Wilhelmshaven. In allen anderen Bereichen bleibt es bis zum Beginn der Weihnachtsruhe bei den bisherigen Regelungen. Derweil kippte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg 2G im Einzelhandel für Niedersachsen.

Neue Corona-Regeln in Niedersachsen

In der Verordnung sind zwei Erleichterungen vorgesehen. So gibt es Lockerungen für Menschen, die bereits eine Booster-Impfung erhalten haben. Außerdem haben Gastronomen, Friseure oder Veranstalter die Möglichkeit, auf zusätzliche Tests zu verzichten, wenn sie ihre Kapazität nur zu 70 Prozent auslasten. Dann gilt bei ihnen statt 2G-Plus nur noch 2G.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 km²
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2020)
Ministerpräsident:Stephan Weil (SPD)

Ausgenommen von der 2G-Plus-Regel sind in Niedersachsen weiterhin alle Geschäfte des täglichen Bedarfs, sprich Grundversorger wie Supermärkte, Apotheken oder Drogerien, die auch schon von der 2G-Regel nicht betroffen waren. Im übrigen Einzelhandel war bis zuletzt in der Warnstufe 2 die 2G-Regel Pflicht – wie das Land auf die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts reagiert, war am Donnerstag noch offen. Nach einem weiteren Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg greift die 2G-Regel ebenfalls nicht wie vorgesehen bei Frisören. Somit dürfen auch Ungeimpfte weiterhin körpernahe Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Das gab das Gesundheitsministerium in Hannover unlängst bekannt.

Corona in Niedersachsen: Situation in Krankenhäusern und auf Intensivstationen eskaliert zunehmend

Das Ausrufen der Warnstufe 2 für das komplette Bundesland begründet die Politik wie folgt, da am Mittwoch, 15. Dezember 2021, sowohl der Leitindikator „Hospitalisierung“ als auch der Indikator „Intensivbettenauslastung“ den fünften Tag in Folge über dem in der Verordnung festgelegten Schwellenwert lag. Am Mittwoch betrug der Wert des Leitindikators Hospitalisierung 6,4 (Schwellenwert zur Warnstufe 2: 6,0). Damit wird angegeben, wie viele Personen innerhalb einer Woche mit einer Corona-Infektion in ein Krankenhaus eingeliefert wird, heruntergerechnet auf 100.000 Einwohner.

Außerdem sind aktuell 10,5 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt (Schwellenwert zur Warnstufe 2: 10 Prozent). Die aktuellen Zahlen für Donnerstag, 16. Dezember 2021, gibt die Landesregierung im Laufe des Vormittages bekannt.

An vielen Stellen in Niedersachsen gilt die 2G plus-Regel bereits seit Anfang Dezember. Weil die Krankenhäuser immer voller werden mit Covid-19-Patienten und immer mehr Menschen sterben, gilt die Regel nun in der Warnstufe 2 in jedem Landkreis und kreisfreien Stadt in Niedersachsen. (Symbolbild)

Die 7-Tage-Inzidenz, mit der die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hochgerechnet auf 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen angegeben wird, stieg am Donnerstag nach einigen Tagen der Entspannung wieder leicht an in Niedersachsen. Sie liegt aktuell bei 179,2 (Vortag: 178,6), mit 3308 neuen Covid-19-Infektionen gibt es allerdings wesentlich mehr Neuinfektionen als noch am Mittwoch (2684). Im Zusammenhang dem Coronavirus wurden den Behörden am Donnerstagmorgen 17 neue Todesfälle (Vortag: 22) gemeldet.

Corona in Niedersachsen: Omikron könnte ab Januar die dominierende Variante in Niedersachsen sein

Die Zahlen, auch wenn sie nur leicht gestiegen sind, lassen bereits die Alarmglocken schrillen, denn auch in Deutschland ist nach Meinung der Experten die Variante Omikron des Coronavirus auf dem Vormarsch. So könnte Omikron bereits im Januar die dominierende Variante des Coronavirus sein* und damit die Delta-Variante komplett ablösen. Da die in Südafrika entdeckte Variante ansteckender als Delta sein soll, rückt aktuell der Fokus wieder auf die Impfkampagne, die zum neuen Jahr hin in Stocken zu geraten droht.

Denn nach einer Inventur durch den neuen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) steht inzwischen fest, dass für das erste Quartal nicht ausreichend Impfstoff vorhanden* ist. In einer eiligen Aktion versucht nun das Bundesgesundheitsministerium hier eine Lösung zu finden und will Impfstoff nachkaufen*. Denn gegen einen schweren Verlauf bei Omikron scheint man nur geschützt zu sein, wenn man eine sogenannte Booster-Impfung – also eine Drittimpfung beziehungsweise Auffrischungsimpfung – erhalten hat. Die Länder Niedersachsen und Bremen hatten bereits Ende November mit Impfstoffmangel zu kämpfen.

Aktuell sind in Niedersachsen 25,2 Prozent der Bevölkerung geboostert und damit gegen einen schweren Verlauf mit der Omikron-Variante geschützt. Eine zweite Impfung gegen das Coronavirus haben in Niedersachsen bis Donnerstag, 16. Dezember 2021, bereits 71,3 Prozent erhalten, die erste Impfung gegen eine Infektion mit Covid-19 haben bereits 74,6 Prozent erhalten. * kreiszeitung.de, merkur.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

+++ Transparenzhinweis: Der Text wurde am 16. Dezember 2021 gegen 17:00 Uhr aktualisiert. +++

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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