Aber kein neuer Lockdown

Weil kündigt Ausweitung der Corona-Maßnahmen an

Ministerpräsident Stephan Weil gestikuliert auf einem Podest.
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Ministerpräsident Stephan Weil kündigte am Freitag in Hannover an, die 2G-Regel in Niedersachsen auszuweiten.

Mehr 2G für Niedersachsen – das hat Ministerpräsident Stephan Weil am Freitag angekündigt. Für Ungeimpfte wird es damit immer enger.

Hannover – Zugang zu bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens nur noch für geimpfte oder genesene Menschen: Die 2G-Regelung soll nun in Niedersachsen ausgeweitet werden, kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Freitag, 12. November 2021, in Hannover an.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.614 km²
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Hauptstadt:Hannover

Details dazu, welche Bereiche einbezogen werden sollen und wann die Ausweitung kommen soll, nannte Weil aber noch nicht. Er betonte: „Das machen wir nicht, um die Ungeimpften zu ärgern, sondern die Geimpften zu schützen.“

Niedersachsen: Weil will mehr 2G – aber keinen Lockdown

Einen neuen Lockdown erwarte er für Niedersachsen derzeit nicht, sagte Weil. „Ich sehe das nicht.“ Insbesondere mache dies in den Situationen keinen Sinn, in denen nur geimpfte Menschen unter sich seien.

Eine Absage der Weihnachtsmärkte in Niedersachsen, die nächste Woche starten, sei derzeit nicht nötig, sagte der Regierungschef. Es könne aber sein, dass sich die Lage in drei Wochen schon geändert habe, schränkte er ein.

Niedersachsens steht bei der Zahl der Corona-Neuninfektionen zwar im Vergleich der Bundesländer noch deutlich besser da als Bayern oder die ostdeutschen Länder, trotzdem wächst auch hier die Besorgnis in Bezug auf die Lage in den Krankenhäusern von Tag zu Tag. Wegen Corona wurde bereits das Wildeshauser Krankenhaus von der Notfallversorgung abgemeldet. „Wir sind auch aufmerksam, obwohl die Zahl sich bundesweit gut ausnimmt“, sagte der SPD-Politiker. „Wir sind Nummer 3 unter 16 Ländern.“

2G in Niedersachsen: Virologen fordern Lockdown

Andere Bundesländer haben die 2G Regeln bereits seit längerem eingeführt – Hamburg etwa war Vorreiter bei dem 2G-Optionsmodell, mit dem Restaurants, Bars, Kinos oder Theater erlaubt wurde, die Regel eigenständig einzuführen. Im besonders belasteten Bayern, wo kürzlich erneut der Katastrophenfall wegen der Corona-Lage ausgerufen wurde, gilt seit Dienstag weitgehend, aber nicht flächendeckend, die 2G-Regelung. Auch in Berlin haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt beispielsweise zu Restaurants, Kinos, Theatern, Museen oder Galerien, ein negativer Test reicht dann nicht mehr.

Angesichts der Corona-Lage forderte auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine bundesweite 2G-Plus-Regel. Virologen geht das nicht weit genug: Jetzt könne nur noch ein Lockdown helfen, um die Pandemie ausreichend einzudämmen.

Corona-Landesverordnung in Niedersachsen soll überarbeitet werden

In Niedersachsen hatte die Landesregierung in dieser Woche bereits die Corona-Landesverordnung verschärft. Seit Donnerstag müssen sich etwa Beschäftigte in Alten- und Pflegeheimen jeden Tag testen, wenn sie nicht gegen das Coronavirus geimpft sind.

Die Corona-Landesverordnung soll in der kommenden Woche einmal mehr überarbeitet werden. Weil sagte, dass der darin enthaltende Stufenplan ebenfalls überarbeitet werden soll. Dieser Plan ist nach mehreren Indikatoren unterteilt, etwa die Zahl der Neuinfizierten. Diese könnten nun verändert werden.

Das könnte allerdings Schwierigkeiten mit sich bringen, da am Donnerstag kommender Woche Bund und Länder über die Pandemie beraten und vorherige Entscheidungen dann womöglich hinterher wieder angepasst werden müssten.

„Es ist erschreckend, wie unsortiert die Landesregierung in die vierte Welle der Pandemie stolpert“

Kritik an dem Agieren der Landesregierung kam aus der Opposition. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Stefan Birkner sagte: „Wir brauchen einen Stufenplan, der längerfristig greift und nicht jedes Mal wenn sich die Situation ändert, in wesentlichen Punkten angepasst werden muss.“ Er beklagte zudem, dass das Parlament nicht in die Überlegungen mit einbezogen worden seien.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Julia Willie Hamburg sieht, trotz des Vorstoßes mit 2G-Plus ein Versagen des Staates in der Corona-Krise : „Es ist erschreckend, wie unsortiert die Landesregierung in die vierte Welle der Pandemie stolpert.“ Statt den Ehrgeiz zu entwickeln, die dynamische Entwicklung bei den Infektionen zu verhindern, verstecke sich die Landesregierung hinter den Stufenplänen, die nicht die notwendige Wirkung entfalten würden. (Mit dpa-Material) *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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