Extra-Räume für Ungeimpfte

2G in Kantinen rechtlich möglich: Was planen Unternehmen in Niedersachsen?

Rein rechtlich ist es möglich, in Kantinen ungeimpfte und geimpfte Personen räumlich zu trennen. Doch das wollen nur wenige Unternehmen.

Hannover – Das Corona-Infektionsgeschehen wird wieder täglich größer, die Intensivbetten werden voller. Auch der Arbeitsplatz von Millionen Niedersachsinnen und Niedersachsen wird somit wieder zum Thema in Sachen Pandemiebekämpfung. Eine Idee zur Eindämmung des Virus ist es, Kantinen aufzuteilen und ungeimpfte und geimpfte Personen getrennt voneinander essen zu lassen. Klingt außergewöhnlich und ausgrenzend, ist rechtlich aber so möglich. Wie handeln die Unternehmen?

LandNiedersachsen
Einwohner7,982 Millionen
Fläche47.614 km²
HauptstadtHannover

Niedersachsens Big Player reagieren zurückhaltend

In Niedersachsen scheinen die meisten großen Konzerne noch nicht von diesem rechtlichen Rahmen Gebrauch machen zu wollen. Sowohl Unternehmen wie Autohersteller Volkswagen, der Reisekonzern TUI aus Hannover und der Stahlkonzern Salzgitter trennen derzeit nicht in ihren Kantinen zwischen ungeimpften und geimpften Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Derartige Maßnahmen seien derzeit auch nicht geplant, teilten die Unternehmen mit. 2G ist Bestandteil der niedersächsischen Corona-Verordnung.

In einigen Unternehmens-Kantinen essen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter getrennt in zwei Gruppen: Geimpft oder genesen und ungeimpft.

In der Praxis würden in einem 2G-Kantinen-Bereich keine Schutzvorgaben für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gelten. Ausnahmen könnten dann jedoch nicht gemacht werden. Im nicht 2G-Bereich würden die Beschäftigten demnach mit Trennwänden, Masken und Abstand in die Kantine gehen müssen. Nach einem Bericht der Bild-Zeitung ist dieses Vorgehen unter anderem bei dem Pharma-Riesen Bayer oder bei dem Energieversorger Eon bereits geplant.

Corona-Regeln: Unternehmens-Kantinen wie Restaurants

Mit Blick auf Niedersachsens Nachbarn wird klar, dass die Regelung dazu nicht rechtswidrig ist. Hamburgs Arbeits- und Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) sagt beispielsweise, dass eine Aufteilung rechtlich kein Problem sei. Denn Unternehmens-Kantinen seien in privater Hand und damit als Restaurant zu werten. Doch auch Gastronomen sind zurückhaltend in Sachen 2G.

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Bei einem Schichtbetrieb mit Verpflegung ist diese Regelung jedoch nicht zulässig, erklärt Leonhard. In diesem Falle könne der Arbeitgeber keine Aufteilung der Kantine umsetzten, der Impfstatus oder Genesenstatus wäre in diesem Fall ohne Bedeutung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die sich nicht zu ihrem Impfstatus äußern wollen haben dementsprechend keine Möglichkeit, einen 2G-Kantinenbereich zu nutzen. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Hauke-Christian Dittrich

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