„Evolutionär bedeutsam“

244 Millionen Jahre alt: Fund von Knochenfisch-Fossil liefert neue Erkenntnisse

close up fish fossil in stone.
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Das ungeschulte Auge sieht oft erstmal nur Knochen, doch genauer betrachtet können Fossilien wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse liefern.

In China wurde ein hunderte Millionen Jahre altes Knochenfisch-Fossil entdeckt. Dieser Fund bringt neue wichtige Erkenntnisse, erklären die Forschenden.

Luoping - Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben im Oktober die gefrorenen Überreste von drei Peltoperleidus-Exemplaren in Luoping in der chinesischen Provinz Yunnan entdeckt. Die Fossilien sind nach Angaben der Forscherinnen und Forscher 244 Millionen Jahre alt. Es seien die ältesten Exemplare, die von dieser Knochenfisch-Art jemals gefunden worden seien, zuvor waren die ältesten entdeckten Fossilien dieser Art rund 242 Millionen Jahre alt. Erstaunliche Tierfunde sorgen immer wieder für Aufsehen. So ist erst vor kurzem spanischen Fischern versehentlich ein seltener Mondfisch ins Netz gegangen. Vor Italiens Küste wurde zudem ein „Ailen-Hai“ aus dem Mittelmeer gefischt.

Fossilen-Fund von Knochenfisch: Peltoperleidus zuvor nur in Europa entdeckt

Bisher sei der Peltoperleidus nur in der Südschweiz und in Norditalien aufgetaucht. Somit handelt es sich nicht nur um die bisher ältesten bekannten Exemplare, sondern auch um den ersten Fund außerhalb von Europa. „Es ist auch ein Zeichen für uns, die paläogeografische Zuordnung und Verbreitung der Gattung weiter zu erforschen, seitdem wir diese Exemplare auch in China sehen entdeckt haben. Vorher wussten wir nur, dass sie in Europa existieren“, erklärt Yu Min, ein Paläontologe am Institut für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking. In Russland hatten Forscherinnen und Forscher sogar ein seit 24.000 Jahre eingefrorene Spezies wieder zum Leben erweckt.

KreisLuoping
VerwaltungsgebietBezirksfreie Stadt Qujing
Bevölkerung550.000
Fläche2.096 km²

Der Peltoperleidus war ein waschechter Raubfisch, der in der frühen ladinischen Phase der sogenannten Mitteltrias lebte. Diese Zeit folgt auf das Perm und steht dem Jura voraus. Der Unterkiefer dieser prähistorischen Kreatur war direkt am Schädel aufgehängt. Somit konnte er das Maul extrem weit öffnen, um große Beute zu fangen. Auch seine scharfen Zähne machten ihm ein einfaches Zerfleischen seiner Beute möglich. An der Ostsee bereitete zuletzt ein giftiger Fisch Fischerinnen und Fischern große Sorgen*. Eine etwas andere Begegnung mit faszinierenden Meeresbewohnern hatte wohl ein Mann aus den USA, der von einem Buckelwal verschluckt wurde. Und im Atlantischen Ozean hatten Forscherinnen und Forscher ein Lebewesen-Duo entdeckt, das an den Zeichentrick-Charakter Spongebob erinnert.

Knochenfisch Peltoperleidus war schneller und wendiger als seine Vorfahren

Auch in Sachen Evolution nimmt der Peltoperleidus eine nicht unbedeutende Rolle ein, wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erklären. Denn im Gegensatz zu seinen Vorgängerarten, habe der Peltoperleidus hochflexible Rücken- und Afterflossen gehabt und eine reduzierte Anzahl von Flossenstrahlen. Dieser evolutionäre Schritt habe den Fisch auf Dauer im Wasser schneller und beweglicher gemacht.

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„Ähnlich seinen Verwandten aus Europa, ist Peltoperleidus wahrscheinlich ein kleines durophages Raubtier mit dem Essverhalten von Tieren, die hartschalige oder Exoskelett tragende Organismen konsumieren, mit einem Gebiss, das Greif- und Zerkleinerungsmorphologien kombiniert“, so die Studie.

Ältestes gefundenes Fossil der Erde ist rund 3,7 Milliarden Jahre alt

Doch der Peltoperleidus ist längst nicht das älteste Fossil, dass Forscherinnen und Forscher auf der Welt entdeckt haben. Bereits 2009 haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Fossilien einer anderen Art Knochenfisch, dem Guiyu Oneiros, in Südchina entdeckt. Die Fossilien werden auf rund 418 Millionen Jahre geschätzt. Die ältesten jemals gefundenen Fossilien seien Stromatolithe aus dem Isua-Grünsteingürtel in Grönland, denen ein Alter von bis zu 3,7 Milliarden Jahren zugeschrieben wird.

Der Guiyu Oneiros habe wie der Peltoperleidus ebenfalls einen Kiefer, was ihn zum ältesten jemals gefundenen, fast vollständigen Kiefer-Wirbeltier macht. Die Fossilien zeigen, dass er Lappenflossen hatte, was bedeutet, dass seine Flossen fleischiger sind als Strahlenflossenfische. Er zählt zu den Quastenflossern.

Nach dem neusten Fund kommen Forschende nun zu dem Schluss, dass die evolutionäre Trennung von Strahlenflossen- und Lappenflossenfischen vor mindestens 419 Millionen Jahren stattgefunden haben muss, was auf eine tiefe Geschichte der Kieferwirbeltiere schließen lasse. *kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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