Angeklagter nicht das erste Mal vor Gericht

24-Jähriger nach Brandstiftungen als Helfer im Einsatz

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Nach einer ganzen Serie von Bränden im Kreis Lüchow-Dannenberg ermittelt die Polizei auf Hochtouren wegen möglicher Brandstiftung.

Lüneburg/Dannenberg - Ein junger Mann muss sich vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. Er soll im Sommer sechs Gebäude angezündet haben. Ihm ging es um Anerkennung und Aufmerksamkeit, sagt der freiwillige Rettungshelfer. Er steht nicht das erste Mal wegen Brandstiftung vor Gericht.

Im Verfahren gegen einen 24-Jährigen wegen einer Serie von Brandstiftungen im Wendland hat der Angeklagte die ihm zur Last gelegten sechs Taten gestanden. Er habe aus beruflicher Frustration gehandelt, versuchte der in einem Heim aufgewachsene junge Mann am Mittwoch sein Handeln vor dem Landgericht Lüneburg zu begründen. Als freiwilliger Rettungshelfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) habe er bei Einsätzen nach den Bränden im vergangenen Sommer die Anerkennung und Aufmerksamkeit bekommen, die ihm als Altenpfleger versagt geblieben seien, sagte er am ersten Prozesstag.

Die Serie hatte am 16. Juni mit dem Brand eines ehemaligen Hotelgebäudes in der Göhrde begonnen. „Ich war sehr aufgewühlt“, schilderte der Angeklagte seine Gefühle vor der Tat. Leistungsdruck und mangelnde Anerkennung durch die Chefin in der Altenpflege hätten ihm zugesetzt. „Ich suchte Aufmerksamkeit an anderer Stelle.“ Nachdem er in der Nacht Feuer gelegt hatte, fuhr er zunächst davon. Kurz darauf kam er dann als Rettungshelfer zurück. Lob und Anerkennung hätten ihm dabei ein gutes Gefühl gegeben, sagte er. Bei späteren Einsätzen sei das Gefühl aber ausgeblieben oder habe sich rasch abgenutzt. Bald sei wieder der Punkt erreicht gewesen, wo er Bestätigung gebraucht habe. So kam es zu weiteren Taten, auch zwei in einer Nacht.

Der aus Mecklenburg-Vorpommern stammende Angeklagte war nach fünf der sechs Brände als Helfer dabei. Ihm wird vorgeworfen, insgesamt vier unbewohnte Häuser und zwei Scheunen im Kreis Lüchow-Dannenberg angesteckt zu haben. Menschen wurden nicht verletzt, doch soll ein Sachschaden in Millionenhöhe entstanden sein. Schon der Polizei hatte der Mann die Taten nach seiner Festnahme im Juli gestanden.

Der 24-Jährige ist wegen Brandstiftung bereits 2014 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, da ging es um Strohballen. Schon früher habe er als Mitglied einer Jugendfeuerwehr „Kokeleien“ begangen, um Aufmerksamkeit zu bekommen, berichtete der 24-Jährige. Er sei von anderen Kindern gehänselt worden. Die ausrückenden Feuerwehrleute aber hätten ihn für seine Hilfe in der Wache gelobt.

Er habe niemanden verletzen wollen, betonte der Angeklagte am Mittwoch. Deshalb habe er leer stehende Gebäude gesucht und diese vor dem Anzünden auch noch durchsucht. „Ich wollte bewusst keine Personen schädigen“, sagte er. Die 3. große Strafkammer hat bis zum 9. Februar insgesamt fünf Prozesstage angesetzt.

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