Ausreiseverbot kurz vor Verlängerung

Terrorverdächtiger Afghane in Hannover taucht ab

Hannover - Ein terrorverdächtiger afghanischer Flüchtling mit Ausreiseverbot, der sich regelmäßig bei der Polizei melden muss, ist seit etlichen Wochen untergetaucht.

Ahmed A. (23) habe sich seit dem 11. Juli nicht mehr auf der Wache gemeldet, teilte die Polizei in Hannover am Dienstag mit. Weil er von Hannover aus in seiner Heimat Kabul nach Erkenntnis der Sicherheitsbehörden Anschläge plante, wurden ihm im vergangenen Jahr seine Papiere abgenommen. Wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtete, tauchte der Afghane zwei Tage nach der Verlängerung seines Ausreiseverbotes um ein weiteres Jahr unter.

Der Flüchtling gehört zum Umfeld der IS-Sympathisantin Safia S. (16), die die Bundesanwaltschaft wegen einer Messerattacke auf einen Polizisten angeklagt hat. Zur Überwachung des Afghanen hatte Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe im Untersuchungsausschuss zum Kampf gegen den Islamismus im Juni noch gesagt: „Wir begleiten ihn.“ Auf „Gefährderansprachen“ habe er positiv reagiert. Der Terrorverdächtige, der 2011 nach Deutschland floh, hatte zuvor als Dolmetscher für die US-Streitkräfte in Kabul gearbeitet, kurzzeitig auch für die Briten, und zwar als Experte für das Entschärfen von Sprengfallen.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Jens Nacke, kritisierte Innenminister Boris Pistorius (SPD) nach dem Abtauchen des Flüchtlings: „Was muss eigentlich noch passieren, damit der Innenminister die niedersächsische Polizei endlich personell so ausstattet, dass sie eine Chance hat, den islamistischen Terror effektiv zu bekämpfen?“

dpa

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