Corona-Pandemie

1G-Regel: Was bedeutet das überhaupt für Bremen und Niedersachsen?

Die 3G-Regel ist in vielen Lebensbereichen in Deutschland gängig, da wird von vielen 2G gefordert. Jetzt kommt auch noch die 1G-Regel ins Spiel. Was bedeutet das?

Bremen/Hannover – Die Corona-Pandemie hat die Republik – anders als im Sommer von vielen gehofft – weiter fest im Griff. Trotz einer Impfquote von annähernd 70 Prozent im ganzen Land, bereiten die Infektionszahlen mit Covid-19 der vergangenen Tage vielerorts Kopfzerbrechen. So viele Infektionen wie am Mittwoch, 10. November 2021, wurden in Deutschland seit Beginn der Pandemie am 11. März 2020 nicht gezählt: 39.676 sind es an der Zahl. Nun steht neben 2G auch 1G in Raum.

Virus:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Auch in Niedersachsen und Bremen schießen die Zahlen wieder in die Höhe. Angesichts dieser steigenden Neuinfektionszahlen wird der Ruf nach einer bundesweiten 2G-Regelung, bei der nur Genesene oder Geimpfte Zugang zu Gastronomie und Ähnlichem erhalten, immer lauter. Doch Virologen warnen: Die 2G-Regel könnte eine trügerische Sicherheit vorgaukeln.

1G-Regel in Bremen und Niedersachsen: Zutritt in vielen Bereichen nur für getestete Personen

Doch allein auf vermehrtes Testen will beispielsweise der Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, nicht setzen, sagte er in seinem NDR-Podcast am Mittwochmorgen. Das deshalb, weil sich Getestete an Orten, an denen die 3G-Regel gilt, leicht infizieren könnten, „weil da unbemerkt infizierte Geimpfte sitzen“. 

Vor einer trügerischen Sicherheit bei einer 2G-Regelung warnt auch der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chansit*. Er geht sogar noch einen Schritt weiter als Drosten und fordert für bestimme Lebensbereiche die sogenannte 1G-Regel, bei der einfach jeder auf eine Covid-19-Infektion getestet sein muss.

Ist eine 1G-Regelung (Zugang nur für Getestete) bei uns vorstellbar? (kreiszeitung.de-Montage)

Darunter versteht er verpflichtende Tests für alle – egal ob geimpft, ungeimpft oder genesen, wie der Virologe gegenüber NDR Info sagte. Als konkrete Beispiele brachte Schmidt-Chanasit Krankenhäuser, Seniorenheime und Pflegeheime ins Spiel, wo diese Regelung gelten könnte.

Was bedeutet die 1G-Regel? Konkrete Umsetzungspläne gibt es noch nicht – Costa Rica führt 1G ein

Doch eine konkrete Regelung bezüglich 1G gibt es nicht. Dass 1G nicht automatisch getestet heißt, sondern auch geimpft bedeuten kann, sieht man derzeit gut am Beispiel Costa Rica, wie „merkur.de“ berichtet. In Costa Rica gilt ab 1. Januar 2021 die sogenannte 1G-Regel.

In Deutschland hingegen wird meist unter 1G verstanden, dass nur Getestete Zutritt haben. Das heißt: Alle – auch Genesene und Geimpfte – müssen sich testen lassen, wenn sie öffentliche Einrichtungen wie etwa Gaststätten, Kinos, Friseursalons und Behörden aufsuchen möchte.

Wolle man auf „andere Maßnahmen“ wie Maske oder Abstand verzichten und komme „eng auf eng“ zusammen, „dann ist 1G möglicherweise notwendig“, sagte auch der Greifswalder Bioinformatiker Prof. Lars Kaderali, der in der Pandemie unter anderem die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern berät.

1G-Regel in Bremen und Niedersachsen: Virologe Christian Drosten sieht logistische Probleme

Virologe Drosten hingegen hält die Diskussion über die 1G-Regel für problematisch, da diese logistisch sowieso nicht zu bewerkstelligen sei. „Man kann doch nicht in einer Notfallsituation Dinge vorschlagen, von denen man weiß, dass sie nicht funktionieren werden.“

Alleine die Wiedereröffnung der Testzentren und die erneute Einführung von kostenlosen Coronatests, wie sie die Grünen in Niedersachsen fordern, gleicht einer logistischen Herkulesaufgabe, die auf die Schnelle so wahrscheinlich nicht umzusetzen ist. Ob eine Lösung wie in Hamburg, wo teilweise Tests in Bars angeboten werden sollen, in Bremen und Niedersachsen so umzusetzen ist, ist noch offen.

1G am Arbeitsplatz: Verschärfte Corona-Regeln für Ungeimpfte am Arbeitsplatz?

Derzeit spielt die 1G-Regel am Arbeitsplatz noch keine Rolle in den Überlegungen, doch könnten demnächst auf Ungeimpfte erneut verschärfte Corona-Regeln zukommen. SPD, Grüne und FDP planen 3G – das bedeutet: Nur wer geimpft oder genesen ist oder einen tagesaktuellen Test vorweist, soll künftig zur Arbeit gehen können. Viele wesentliche Fragen allerdings sind noch ungelöst. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © imago

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