Zwei Stemweder vertreten in Landwirtschaftskammer Interessen ihrer Zunft

„Wir können nur beraten“

Mit Luise Lahrmann und Achim Mark (Mitte) sind gleich zwei Stemweder in die Landwirtschaftskammer gewählt worden. Kreislandwirt ist Rainer Meyer. ·
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Mit Luise Lahrmann und Achim Mark (Mitte) sind gleich zwei Stemweder in die Landwirtschaftskammer gewählt worden. Kreislandwirt ist Rainer Meyer. ·

Rahden - STEMWEDE · Riesige Felder säumen die Straßen in Stemwede. An Ackerland mangelt es hier nicht. Die Landwirte in der Gemeinde müssten also eigentlich zufrieden sein – könnte man meinen. Tatsächlich ist die Qualität des Ackerbodens aber eher dürftig, anspruchsvolle Pflanzen wachsen hier kaum.

Mit diesen und ähnlichen Problemen befasst sich Luise Lahrmann besonders intensiv. Sie ist eine von gleich zwei Stemwedern, die im Oktober in die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen gewählt wurden und dort die Interessen der Landwirte nicht nur, aber auch aus dem nordöstlichsten Teil Westfalens vertreten. Für die Niedermehnerin ist es bereits die zweite Amtszeit. Erstmals in das Gremium gewählt wurde Achim Mark aus Sundern.

Landwirte aus der Region und Landfrauen hätten sie vor sechs Jahren davon überzeugt, sich für die Wahl in der Gruppe der Selbstständigen aufstellen zu lassen, erinnert sich Luise Lahrmann. Angesprochen worden sei sie auch, weil sie eine Frau ist. Denn die sind unter den Landwirten noch immer in der Minderheit, auch wenn sie in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt haben. Nach ihrer Wahl hat sich die Landwirtschaftsmeisterin vor allem um die Entwicklung im ländlichen Raum gekümmert – ein Gebiet, in dem sie auch in ihrer zweiten Amtszeit ihren Schwerpunkt setzen will.

Achim Mark ist bereits seit vielen Jahren Ortsverbandsvorsteher des Landwirtschaftsverbandes in Sundern. In der Landwirtschaftskammer vertritt der Angestellte der Wehdemer Firma Angelbeck die Gruppe der Arbeitnehmer. Die Arbeitnehmerseite sei bei Versammlungen oft schlecht vertreten, erklärt er, warum er sich hat wählen lassen. Er möchte das gerne ändern.

Die direkten Gestaltungsmöglichkeiten der Kammermitglieder seien relativ gering. „Wir können nur beraten, aber keine Entscheidungen fällen“, räumt Luise Lahrmann ein. „Man muss viele dicke Bretter bohren, aber wenn man es nicht macht, überlässt man anderen das Spielfeld“, erläutert die Niedermehnerin.

Dennoch ist sie überzeugt, dass sich ihre Arbeit in der Landwirtschaftskammer auszahlt. Besonders wertvoll ist für Luise Lahrmann die Möglichkeit, Kontakte zu den Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft zu knüpfen. „In den landesweiten Ausschüssen kann ich eigene Anliegen direkt an den Mann anbringen und persönliche Beziehungen aufbauen.“ Auch wenn sie dabei für alle Landwirte spricht, hat sie die Interessen der Stemweder natürlich immer im Hinterkopf, versichert die Niedermehnerin.

Ein Punkt, der auch Stemweder besonders bewegt, ist nach Ansicht des Kreislandwirts Rainer Meyer das Raumnutzungskonzept. Die Bodengüte sei in Stemwede zwar eher schlecht, dafür sei aber die Flächenstruktur sehr gut. Hier gebe es noch große, zusammenhängende Flächen. Akut in Gefahr sind die nach Einschätzung von Luise Lahrmann nicht, denn in den Flächennutzungsplänen der Gemeinde seien ausreichend Bau- und Gewerbegebiete ausgewiesen.

„Was uns weh tut, sind Ausgleichs- und Ersatzflächen, die bei Baumaßnahmen angelegt werden müsen“, ergänzt Meyer. Im Mühlenkreis komme es häufig vor, dass große Feldblöcke aufgebrochen würden, um dort Flächen aufzuforsten. Bisher sei Stemwede in dieser Hinsicht aber noch weitestgehend verschont geblieben. · mer

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