Hohe Auszeichnung für Pflege der niederdeutschen Sprache wird am 7. Oktober verliehen / Mit 5 000 Euro dotiert

Wilhelm Dullweber erhält Rottendorf-Preis 2010

Auch für die in den vergangenen zwei Jahren in unserer Zeitung veröffentlichten plattdeutschen Geschichten wird Pastor i.R. Wilhelm Dullweber am 7. Oktober der Rottendorf-Preis 2010 verliehen.

Levern - (ges) · Der heute in Levern wohnende Wilhelm Dullweber, von Freunden auch liebevoll „Dulli“ genannt, sagt von sich, dass seine Stärke nicht das plattdeutsche Schreiben, sondern das Mundarterzählen ist.

Dennoch waren die in den vergangenen zwei Jahren in unserer Zeitung veröffentlichten 100 Folgen der plattdeutschen Geschichten über sein fast 25-jähriges seelsorgerisches Wirken in Haldem und Arrenkamp mitentscheidend dafür, dass dem heute 75-jährigen Pastor im Ruhestand nach dem Ehrenamtspreis des Kreises Minden-Lübbecke im vergangenen Jahr erneut eine hohe Auszeichnung verliehen wird: Am 7. Oktober erhält er auf Haus Nottbeck in Ennigerloh in einem feierlichen Rahmen den mit 5 000 Euro dotierten Rottendorf-Preis für die Pflege der niederdeutschen Sprache 2010. Die gleiche Auszeichnung geht an den Geistlichen Rat i.R. Heinz Withake aus Münster. „Beide Preisträger haben sich große Verdienste um Plattdeutsch in der Kirche erworben“, heißt es in der Begründung der Rottendorf-Stiftung.

Liturgie und Verkündigung in niederdeutscher Sprache seien beiden Geistlichen große Anliegen, zu deren Verwirklichung sie seit vielen Jahren durch Textübertragungen, Gottesdienste und Predigten wesentlich beigetragen hätten. Sowohl der Auswahlausschuss des Westfälischen Heimatbundes als auch das Rottendorf-Kuratorium seien von der Möglichkeit angetan gewesen, das ökumenische Anliegen der Mundartpflege in der Kirche durch die Auszeichnung in diesem Jahr in den Mittelpunkt der Preisverleihung zu stellen.

„Dulli“ ist als „Hans Dampf in vielen Gassen“ bekannt. Er hat mehr als 600 plattdeutsche Geschichten geschrieben, war lange Jahre musikalische Kraft bei den über Ostwestfalen hinaus bekannten „HeiWiWiWis“, er hat bei den verschiedensten Anlässen ungezählte Mundartgeschichten erzählt und plattdeutsche Predigten in Gotteshäusern im weiten Umkreis gehalten. Zudem war er von 1981 bis heute über 100 Mal mit niederdeutschen Rundfunk-Andachten zu hören, die von NDR 1 ausgestrahlt wurden, hat den Film „Plattdeutsch auf der Kanzel“ mitgestaltet und spielte eine tragende Rolle im Dokumentarspiel „Dat Flass sitte dat ganze Johr tüsken“.

Der Rottendorf-Preis wird bereits seit 1963, zunächst nicht ganz regelmäßig, heute alle zwei Jahre, vergeben. Zunächst war die Auszeichnung mit 3 ooo DM dotiert, später erhöhte sich das Preisgeld über 5 000 auf 10 000 Mark. Heute erhalten die Preisträger 5 000 Euro. Den ersten Rottendorf-Preis erhielt 1963 die Arbeitsgemeinschaft Michaelis-Treffen Lippinghausen, 2008 wurde die plattdeutsche Gesangsgruppe „Strauspier“ aus Rheine ausgezeichnet.

Die Rottendorf-Stiftung wurde von Andreas J. Rottendorf, dem Gründer der Rottendorf-Pharma GmbH, und dessen Frau Rose gegründet. Da sie keine Kinder hatten, übertrugen sie ihr Vermögen in eine Stiftung und übergaben sie in die Obhut der damaligen Süddeutschen Provinz der Jesuiten. Die Stiftung fördert die Pharma-Wissenschaften, Erforschung und Pflege der niederdeutschen Sprache sowie kirchliche, allgemeinwissenschaftliche und mildtätige Zwecke. Die Förderpreise für Pharmakologie und Pharmazie sowie für Verdienste um die niederdeutsche Sprache haben hohes Ansehen. In der Satzung ist festgeschrieben, dass die Auswahl der Preisträger für die niederdeutsche Sprache durch den Heimatbund erfolgt. Die Vergabe beschließen letztendlich das Kuratorium und der Vorstand der Stiftung.

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