Frau will nicht betrunken gefahren sein

Weinflasche erst nach der Fahrt geleert

Rahden - Von Kai PröpperSie soll eine Frau per SMS beschimpft haben und betrunken Auto gefahren sein. Die Beleidigungen „Fotze“ und „Negerfotze“, mit der sie die Partnerin ihres Ex-Ehemannes treffen wollte, getextet zu haben, räumte die 45-jährige Diepenauerin gestern vor dem Rahdener Amtsgericht ein. Gegen den Vorwurf der Staatsanwaltschaft, sie habe sich alkoholisiert hinter das Steuer ihres Wagens gesetzt, wehrte sie sich jedoch. Bei einem weiteren Verhandlungstermin sollen nun Gutachten die Wahrheit ans Licht bringen.

Eine Blutprobe vom 21. April 2013 wies 1,59 Promille auf. Der Führerschein der Frau liegt seitdem bei der Polizei. „Ich konnte mich nicht beherrschen“, gab die Angeklagte die Beleidigungen zu und schilderte, was aus ihrer Sicht am besagten Tag passiert war. Gegen 14 Uhr habe sie am Dümmer See Mittag gegessen, dabei auch ein Weizenbier getrunken. Weiteren Alkohol habe sie nicht konsumiert.

Ein Handy-Kontakt mit „einer boshaften SMS nach der anderen“ habe sie verärgert. Um ein klärendes Gespräch zu führen, so die Mutter von vier Kindern, sei sie in ihr Auto gestiegen und zur Wohnung ihres Ex-Mannes nach Rahden gefahren. Dort angekommen, habe ihre Tochter sie mit den Worten „Hau ab, du besoffene Schlampe“ beschimpft und erklärt, sie habe jetzt eine „neue Mutter“.

Die Diepenauerin erklärte, sie habe aus Wut darüber den Scheibenwischer des Autos ihres Ex-Mannes abgebrochen, sich dann aber auch dafür entschuldigt. Daraufhin sei sie frustriert nach Hause gefahren, wo sie schnell anderthalb Flaschen Wein getrunken habe. Dort trafen Polizeibeamte die Frau auch an und nahmen sie mit zur Wache, wo Blutproben genommen wurden.

Wie ihre Tochter darauf gekommen sein könnte, dass die alkoholisiert war, fragte der Staatsanwalt. Zeugen hatten erklärt, sie hätten an ihr Alkoholgeruch festgestellt. „Weil ich öfter mal getrunken habe“, antwortete die Frau.

Der Staatsanwalt gab zu bedenken, dass selbst Gutachten kein klares Ergebnis mit sich bringen könnten. Und wenn, dann könnten diese auch zu Ungunsten der Angeklagten ausfallen. Die Sperrfrist ihres Führerscheins laufe schon Anfang Juni ab. Sie habe jetzt gute Chancen, ihren Führerschein wiederzuerlangen, ohne einen „Idiotentest“ machen zu müssen, so der Staatsanwalt. Auf das Prozessrisiko habe er seine Mandantin mehrfach hingewiesen, erklärte der Anwalt der Angeklagten. Er wies zudem auf die Einnahme von Medikamenten im April hin.

„Ich will, dass meine Unschuld bewiesen wird. Ich weiß nicht, warum ich das hinnehmen soll, wenn es nicht stimmt“, sagte die Frau überzeugt. Der Abbruch des Wischers lasse auf „alkoholbedingte Enthemmung“ schließen, so der Staatsanwalt. „Da brauche ich keinen Alkohol für“, entgegnete ihm die Diepenauerin.

Einer der Polizisten, die sie am Abend des 21. April abgeholt hatten, trat vor dem Amtsgericht als Zeuge auf. Er gab an, die Einsatzleitstelle habe „Trunkenheit im Verkehr“ als Einsatzstichwort gegeben. Daraufhin seien er und sein Kollege zur Wohnung des Ex-Mannes gefahren. Dort sei ihnen gesagt worden, die Frau sei betrunken nach Hause gefahren. In Diepenau habe die Angeklagte dann zugegeben, in Rahden gewesen zu sein und auch den Scheibenwischer reuevoll erwähnt. Stark betrunken habe sie nicht gewirkt, so der Polizeibeamte.

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